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Petition der IG Hadlikon

Flyer Funkstrahlung

Wege aus dem Mobilfunkdilemma

Wege aus dem Mobilfunkdilemma

Vorwort

Elektrosmog – ein populärwissenschaftlicher Begriff, der mit der Verbreitung von Mobil­funktechnologien (Handys, Masten, WLAN, DECT etc.) zunehmend Einzug in den sprachlichen Alltag gefunden hat. Der Begriff Elektrosmog setzt sich aus den drei Be­griffen Elektro, Smoke und Fog zusammen und ist eigentlich keine fachlich korrekte Umschreibung der relevanten physikalischen Zusammenhänge. Korrekte Bezeichnun­gen sind beispielsweise magnetische Felder, elektrische Felder, elektromagnetische Felder, elektromagnetische Strahlung und Mikrowellen. Eher populäre Ausdrücke sind Funk, Funkstrahlung, Funkwellen, etc. Mit Smog bzw. Smoke und Fog hat das Ganze im physikalischen Sinn überhaupt nichts zu tun.

Der Begriff Smog wurde an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert für die undurchdringliche Mischung aus Nebel und Rauch aus den zahllosen Einzelöfen der Städte Grossbritanniens geprägt. In den 1970-er Jah­ren umschrieb Smog die lästige und gesundheitsschädliche Erscheinung hoher Fein­staubbelastung (beispielsweise im Umfeld von Kohleindustrien) in Verbindung mit be­stimmen Wetterlagen. Grosse Teile der Bevölkerung erkrankten damals, und es gab so­gar Todesopfer zu beklagen. Mit dem Zusammenzug der beiden Begriffe „Elektro“ und „Smog“ will man heute die ebenfalls lästigen und gesundheitsschädlichen Auswirkungen elektromagnetischer Felder bzw. elektromagnetischer Strahlung umschreiben. Vor die­sem Hintergrund wird auch der Ansatzpunkt unserer Petition für weniger Funkstrahlung deutlich. So wie die Politik damals mit geeigneten Massnahmen versucht hat, die ge­sundheitsschädliche Belastung der Bevölkerung durch Smog zu reduzieren, so soll mit Hilfe der Petition für weniger Funkstrahlung die Politik heute dazu bewogen werden, die unerwünscht hohe Belastung mit Elektrosmog zu vermeiden. Die Schwierigkeit besteht leider darin, dass man Elektrosmog im Gegensatz zum Smog der 1970-er Jahre weder sehen noch riechen kann. Andernfalls hätten die politisch Verantwortlichen wohl längst geeignete Massnahmen für den Gesundheitsschutz ergriffen.

In der vorliegenden Informationsschrift werden einige der wichtigsten Stichworte im Spannungsfeld „Elektrosmog – Gesundheitsrisiken – Wissenschaft – Politik“ auf ver­ständliche Weise kurz erläutert. Es werden viele komplexe Zusammenhänge und Tatsa­chen angesprochen, die für den unvorbereiteten Leser auf den ersten Blick bedenklich, ja teilweise sogar schockierend wirken. Die Informationsschrift ist bewusst kurz gehal­ten, um sich einen raschen Überblick verschaffen zu können. Sie enthält für Interessier­te aber viele Quellenangaben und Hinweise auf weiterführende Literatur.

Diese Informationsschrift setzt sich lediglich mit hochfrequenten elektromagnetischen Feldern bzw. elektromagnetischer Strahlung auseinander. Anders ausgedrückt: Sie be­fasst sich nur mit Funkanwendungen. Diese begannen Ende des 19. Jahrhunderts mit der Radiotelegraphie (Morse-Technik). Ab den 1920-er Jahren kam der Radiorundfunk dazu, in den 1930-er Jahren der Radar, ab den 1950-er Jahren der Fernsehrundfunk, und viele andere Funkanwendungen. Ab den 1980-er Jahren wurden die Mobilfunknet­ze mit den Handys und ihren Sendemasten (Handyantennen) aufgebaut. Ihre Nutzung explodierte um die Jahrtausendwende. Heute werden die Mobilfunknetze immer mehr auch vom „mobilen Internet“ benützt. Mit dem mobilen Zugang zum Internet arbeiten in­ternetfähige Handys, Smart Phones, tragbare Computer (Laptops, Netbooks), eBooks (Kindle etc.) und was noch alles erfunden wird. Dazu kommen die konzessionsfreien und die häuslichen Funkanwendungen wie drahtlose Computernetzwerke (WLAN), Schnurlostelefone (DECT), Babyphones, drahtlose Computermäuse, Headsets, Blue­tooth-Geräte, private Wetterstationen, Alarmanlagen und viele weitere Anwendungen. Dementsprechend steigt der Pegel der elektromagnetischen Immissionen, denen wir mittlerweile alle ausgesetzt sind, von Jahr zu Jahr.

Niederfrequente elektrische und magnetische Felder, wie sie beispielsweise bei Hoch­spannungsleitungen, Trafostationen, Bahnleitungen und der Hausinstallation vorkom­men, werden hier nicht behandelt. Das bedeutet allerdings nicht, dass diese Form des Elektrosmogs nicht auch ernsthafte gesundheitliche Probleme bei den Betroffenen ver­ursachen kann und aus diesem Grund bei zukünftigen Massnahmen auf politischer Ebene Berücksichtigung finden muss.

Mit der Petition für weniger Funkstrahlung sollen Vorstösse einzelner Politiker im Natio­nalrat unterstützt werden. Die auf dem politischen Parkett unternommenen Aktionen dieser mutigen Parlamentarier mögen vor dem beschriebenen Hintergrund und ange­sichts des umfangreichen Handlungsbedarfs zaghaft erscheinen. Gerade auch die von der Funkstrahlung bereits stark geschädigten Menschen könnten deshalb von den bis­herigen Vorstössen enttäuscht sein. Die Anrufe verzweifelter Elektrosensibler, die nicht mehr wissen, wie sie ihren Alltag einigermassen geschützt vor Strahlung bestehen kön­nen, häufen sich mehr und mehr. „Wann geschieht endlich etwas?“, fragen sie. „Wir wissen nicht mehr, wohin fliehen.“

Wer die politischen Kräfteverhältnisse in unserem – und nicht nur in unserem – Land kennt, weiss jedoch, dass zunächst nur kleine Schritte unternommen werden können. Die gegenwärtigen parlamentarischen Mehrheitsverhältnisse scheinen dies aufzuerle­gen. Wir fragen deshalb: Um wieviel muss sich menschliches Leiden durch elektroma­gnetische Strahlung noch vergrössern und ausweiten? Wie sehr müssen individuelle fi­nanzielle Verluste noch wachsen? Wie stark muss die Last der riesigen, von der Allge­meinheit zu tragenden sozialen Kosten des Mobilfunks drücken? Müssen wir wirklich warten, bis ein derart grosser Teil der Bevölkerung durch die stetig steigende Strahlung ernsthaft krank wird, bevor endlich mutige Schritte in Richtung einer gesundheits- und sozialverträglichen, das Privateigentum respektierenden und volkswirtschaftlich ver­kraftbaren Mobilfunktechnik getan werden?

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