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Petition der IG Hadlikon

Flyer Funkstrahlung

Wege aus dem Mobilfunkdilemma

Wege aus dem Mobilfunkdilemma

Aktuelles

Petition der IG Hadlikon zum Schutz der Bevölkerung

Wir bitten Sie um Unterstützung der Petition der IG Hadlikon

Die Forderungen sind:
einen wirksamen Schutz der Bevölkerung vor Tag und Nacht einwirkender Mobilfunkstrahlung, insbesondere durch folgende Massnahmen:

  1. Schaffung von antennenfreien Zonen im Siedlungsgebiet der Schweiz, analog zu raucherfreien Zonen, auf der Grundlage der Bundesverfassung Art. 118 sowie des Berichtes des Bundesrates zum Schutz vor Passivrauchen vom 10.3.2006
  2. Regelung der Haftungsfrage bei Schäden infolge nichtionisierender Strahlung an Mensch, Tier und Umwelt
  3. Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung gemäss Umweltschutzgesetz Art. 9 für die heute eingesetzten und die geplanten Mobilfunktechnologien
  4. Keine Vergabe von weiteren Konzessionen für flächendeckend eingesetzte Mobilfunktechnologien
  5. Revision des NISV-Grenzwertmodells gemäss den Vorgaben des Umweltschutzgesetzes, insbesondere Verschärfung der Emissionsbegrenzung gemäss Art. 11.3. Es steht fest, dass die bestehende Belastung schädlich ist.
  6. Forcieren von gesundheitlich besser verträglichen Technologien
  7. Anwendung einer erweiterten Messtechnik zur Erfassung biologisch relevanter Eigenschaften der Strahlung

Schweizer Strahlenschutz blockiert neues Handy-Netz - Gegenposition des Dachverbandes Elektrosmog Schweiz und Liechtenstein

Die Aargauerzeitung hat am 6. September 2017 einen Artikel mit dem Titel "Schweizer Strahlenschutz blockiert neues Handy-Netz" veröffentlicht.

Der Dachverband Elektrosmog Schweiz und Liechtenstein findet, dass die Leser und Leserinnen der Aargauerzeitung sowie alle anderen Bürgerinnen und Bürger ein Anrecht darauf haben, etwas mehr über Grenzwerte und die möglichen Ausbaulösungen zu erfahren. Auch fänden wir es nötig, dass die Bevölkerung weiss, wie die Mobil- und Stromindustrie die Gremien infiltriert, welche die Gefährlichkeit oder eben Ungefährlichkeit der Mobilfunkstrahlung bewerten sollen.

Das PDF mit dem Titel „Grenzwertvergleich“ zeigt, dass die Behauptungen der Mobilfunker ins Reich der Märchen gehören!

Schweizer Strahlenschutz blockiert neues Handy-Netz - Gegenposition des Dachverbandes Elektrosmog Schweiz und Liechtenstein
Die Mobilfunkbetreiber haben eine konzertierte Propagandawelle losgetreten. Dies mit dem Ziel, die schon lange in der Kritik stehenden Grenzwerte für Funkstrahlung massiv zu erhöhen. Sie können sich offensichtlich nicht mit dem Entscheid im Bundesparlament vom letzten Herbst abfinden. Damals wurde eine Grenzwerterhöhung nämlich abgelehnt, weil die Risiken aufgrund der wissenschaftlichen Faktenlage und der umweltmedizinischen Praxiserfahrung nicht zu verantworten sind. Inzwischen liegen weitere warnende Studien, aber auch erfolgreiche Gerichtsbeschwerden von Betroffenen vor, die nachweislich durch Mobilfunkstrahlung geschädigt wurden. Auch weiteren Landwirten und deren Vieh wurde in den vergangenen Monaten erhebliches Leid durch Mobilfunkanlagen zugefügt. Es soll noch jemand behaupten, dass Menschen lediglich wegen der Angst vor Strahlung krank werden.

Was neu ist, und das ist eine Ungeheuerlichkeit, dass sich nun auch Chefbeamte des Bakom vor den Werbekarren der Mobilfunkbetreiber spannen lassen!

Die Mobilfunkindustrie hat mit ihrer aggressiven Werbung und dem Verteilen von billigen Smartphones die Begehrlichkeit nach immer mehr Bandbreite angeheizt. Jetzt steht sie vor dem Problem, dass ihre veraltete funkbasierte Infrastruktur die selbst generierte Datenflut kaum mehr verkraftet. Eine strukturelle Anpassung ist deshalb längst überfällig. Die notwendigen Investitionen will man mit Hilfe höherer Strahlungsgrenzwerte möglichst lange hinauszögern – vergleichbar einer Erhöhung der Abgasgrenzwerte, damit Autobauer noch länger veraltete Technologie verkaufen dürfen. In diesem Zusammenhang sei beispielhaft erwähnt, dass in China für den Mobilfunk fünf Mal tiefere Immissionsgrenzwerte gelten als in der Schweiz. China und andere Länder haben die Schweiz im Strahlenschutz bekanntlich überholt.

Tiefere Grenzwerte fördern die Innovation in der Mobilfunkbranche. Hohe Grenzwerte hingegen zementieren überholte Infrastrukturen und Konzepte. Die Politik ist deshalb gefordert und sollte sich nicht einschüchtern lassen von den Branchenvertretern und deren Lobbyisten.

Der Dachverband Elektrosmog Schweiz und Liechtenstein empfiehlt in der verfahrenen Situation folgende Lösungen:

  • Es sollte systematisch zwischen Innen- und Aussenraumversorgung getrennt werden, damit nicht mit leistungsstarken Antennenmasten in Gebäude hineingestrahlt werden muss.
  • Rund 80% des ganzen Datenvolumens wird mit Kunden innerhalb von Gebäuden abgewickelt. Dies kann mittels Kleinstfunkanlagen (Femtozellen) und WLAN erfolgen, oder zur
    Strahlungsminderung mit verkabelten Endgeräten, wo es möglich ist.
  • Der Ausbau der Glasfasernetze muss endlich ernsthaft vorangetrieben werden. Höhere Grenzwerte beim Mobilfunk verzögern den Glasfaserausbau um viele Jahre. Ein leistungsfähiges Glasfasernetz ist wesentlich wichtiger für unsere Wirtschaft als immer mehr Sendeleistung beim Mobilfunk.

Hofen, 12. September 2017, Markus Lauener, Präsident Dachverband Elektrosmog CH + LI

Ja, Mobilfunkstrahlung ist wirklich gefährlich!

Leserbrief zum Artikel vom 18. Juli 2017 „Wie gefährlich ist Mobilfunk wirklich?“ in der Thugauerzeitung, dem Tagblatt und der Luzerner-Zeitung 

Der interessante Artikel von Andreas Lorenz-Meyer hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Zum einen empfehlen Experten Schutzmassnahmen vor übermässiger Strahlenbelastung,
beteuern aber, dass die geltenden Grenzwerte ausreichenden Schutz bieten würden. Weshalb braucht es denn solche Empfehlungen?

Wieso vertritt insbesondere Professor Martin Röösli die Meinung, dass es angeblich keine Hinweise auf Gesundheitsauswirkungen unterhalb der Grenzwerte geben würde? Ihm sind
die vielen industrieunabhängigen Studien sehr wohl bekannt, die genau das Gegenteil belegen. Ignoriert er sie einfach, weil sie nicht ins Konzept passen? Bezieht er sich lieber auf
Studien, die von der Industrie beeinflusst sind und wunschgemäss Entwarnung geben? Es lohnt sich ein klärender Blick hinter die Person von Martin Röösli.

Er ist vom Bundesrat respektive dem Bundesamt für Umwelt damit beauftragt, die Schutzwirkung der Grenzwerte zu beurteilen. Regelmässig lässt er verlauten, dass aus
wissenschaftlicher Sicht keine Notwendigkeit zur Anpassung der Grenzwerte bestehen würde. In Fachkreisen nennt man diese Funktion „Firewall“. Dies ist im Sinne seines
Auftraggebers, der mit der Vergabe von Mobilfunkkonzessionen sehr viel Geld einnimmt und den Mobilfunkanbietern im Gegenzug hohe Grenzwerte per Verordnung garantiert. Weshalb
hat sich Röösli letztes Jahr aus medizinischer Sicht nicht vermehrt zu Wort gemeldet, als das Parlament die Grenzwerte erhöhen wollte?

Auf wen vertraut der Bundesrat eigentlich? Martin Röösli hat eine Ausbildung als Primarschullehrer und studierte Umwelttechnik und Statistik. Promoviert hat er auf dem
Gebiet der Epidemiologie. Danach spezialisierte er sich auf Umweltstatistik und leitet inzwischen diesen Bereich des Tropeninstituts in Basel. Weshalb setzt der Bundesrat auf
einen Fachmann, der über keine medizinisch-biologische oder zumindest über eine telekommunikationstechnische Ausbildung verfügt?

Gleichzeitig ist er für die Forschungsstiftung Mobilfunk und Strom (FSM) tätig, die von der Industrie gegründet und finanziert wurde. Sie leugnet systematisch die Risiken von
Strahlung. Er ist auch Mitglied des 14-köpfigen und von der Industrie initiierten Vereins ICNIRP, der international und auch in der Schweiz die zu hohen Grenzwerte für Strahlung zu
verantworten hat. Es ist zudem ausführlich dokumentiert, dass das Projekt der WHO zu den gesundheitlichen Risiken des Mobilfunks vom ICNIRP-Verein dominiert wird. Es wundert
deshalb nicht weiter, dass die neue Beratungsgruppe für nichtionisierende Strahlung (BERENIS) des Bundesamtes für Umwelt ausgerechnet durch das ICNIRP-Mitglied Martin
Röösli geleitet und administriert wird. Der Kreis schliesst sich und es sollte klar sein, dass der Bock zum Gärtner gemacht wurde.

Link zur Luzerner Zeitung

Weitere Leserbriefe dazu im "Landbote" 10.08.2017

ETH-Mobilfunkexperte ist Industrievertreter

Leserbrief zum Interview mit Gregor Dürrenberger, Landbote, 25. Juli 2017

Gregor Dürrenberger äussert sich im Interview negativ über kritisierende Organisationen und lobt seine eigene und andere industrienahe Organisationen, wenn es um die gesundheitlichen Risiken von Mobilfunkstrahlung geht. Die Journalistin hat glücklicherweise kurz auf seine Verbindungen hingewiesen. Es lohnt sich trotzdem ein zweiter Blick.

Seine Forschungsstiftung Mobilfunk und Strom (FSM) ist tatsächlich eine private Stiftung der Mobilfunkbetreiber und Stromindustrie, aber sie gehört nicht zur ETH. Sie ist lediglich in deren Räumlichkeiten eingemietet. Herr Dürrenberger, der weder Mediziner noch Biologe ist, aber seit Jahren gerne die längst bekannten gesundheitlichen Risiken von Strahlung verharmlost, empfängt seinen Lohn just von der Branche, die er im Interview mit perfider Propaganda verteidigt. Das ist zwar sein Job, hat aber mit unabhängiger Forschung und Information wenig zu tun. Im Sinne der Transparenz, Fairness und Verantwortung gegenüber der Leserschaft, sollte er diese Zusammenhänge besser vollständig offenlegen.

Die von Gregor Dürrenberger erwähnte WHO steht seit vielen Jahren ebenfalls in der Kritik, weil sie im Bereich der Strahlung wie auch in anderen Umweltbereichen durch die Industrie infiltriert ist. Zudem leidet die WHO bekanntlich unter chronischem Finanzmangel, was sie besonders empfänglich für Gelder aus Industriequellen macht. Das Projekt der WHO zu den gesundheitlichen Risiken des Mobilfunks ist nachweislich von einem industrie-initiierten Kleinverein mit 14 Mitgliedern (ICNIRP) dominiert.

Wer sich unabhängig und frei von Industrieeinfluss informieren möchte, dem sei die Homepage Funkstrahlung (www.funkstrahlung.ch) des Dachverbandes Elektrosmog Schweiz und Liechtenstein empfohlen. Für tatsächlich unabhängige wissenschaftliche Informationen empfehlen sich das Fachorgan MicrowaveNews in den USA (www.microwavenews.com) und die beiden Wissenschaftsorganisationen Bioinitiative (www.bioinitiative.org) und Kompetenzinitiative (www.kompetenzinitiative.de).

Markus Lauener

Präsident Dachverband Elektrosmog

Schweiz und Liechtenstein

Medienmitteilung: Keine Erhöhung der Grenzwerte von Mobilfunkbasisstationen

Der Ständerat hat am 8. Dezember 2016 die Motion 16.3007 „Modernisierung der Mobilfunknetze…“ und damit eine Erhöhung der Grenzwerte abgelehnt. Der Dachverband Elektrosmog Schweiz und Liechtenstein begrüsst diesen Entscheid sehr und bedankt sich bei den Räten für ihre Weitsicht.

Der Dachverband Elektrosmog Schweiz und Liechtenstein erinnert aber daran, dass das Thema auf der politischen Agenda bleiben muss. Die unabhängige Wissenschaft empfiehlt schon lange eine Senkung der Grenzwerte und insbesondere eine Berücksichtigung der athermischen Effekte der Funkstrahlung. Diese Effekte können zu oxidativem Zellstress und in der Folge zu genetischen Schäden bei Menschen, Tieren und Pflanzen führen. Schwache Funkstrahlung kann nachweislich auch die Entstehung von Krebs fördern. Zudem müssten Schutzmassnahmen für die rasch steigende Zahl elektrosensibler Personen getroffen werden.

Weitere Informationen über Elektrosensibilität und Elektrohypersensitivität (EHS)
http://www.funkstrahlung.ch

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Medienmitteilung: Abstimmung im Ständerat über die Motion 16.3007 „Modernisierung der Mobilfunknetze raschestmöglich sicherstellen“

Am 8. Dezember wird der Ständerat über die Motion 16.3007 „Modernisierung der Mobilfunknetze raschestmöglich sicherstellen“ abstimmen.

Der Dachverband Elektrosmog Schweiz und Liechtenstein hat dem Ständerat Unterlagen zukommen lassen, die ihm aufzeigen müssten, dass die Schweiz nicht die besten Grenzwerte der Welt hat sondern auf Augenhöhe mit Ländern wie Italien, China und Russland ist. Eine Erhöhung der Anlagegrenzwerte würde die Schweiz zu den am stärksten verstrahlten Länder befördern.
Der Bundesrat setzt eigens eine „beratende Expertengruppe NIS (BERENIS)“ ein und konsultiert sie in der Sache Grenzwerterhöhung dann gar nicht. Die Berenis-Gruppe hat deshalb klar eine blosse Alibi- bzw. Feigenblattfunktion und kostet vermutlich noch viele Steuergelder

Die Richtigkeit der folgenden sechs Aussagen können wir folgerichtig begründen und mit seriösen Studien belegen.

  1. Eine Erhöhung der Grenzwerte ist mit gesundheitlichen Risiken verbunden.
  2. Den steigenden Datenverkehr kann man auch mit tieferen Grenzwerten bewältigen, wenn moderne technische Lösungen eingesetzt werden.
  3. Die geltenden Grenzwerte berücksichtigen keine nicht-thermischen Effekte der Funkstrahlung und sind deshalb unzureichend.
  4. Die Spitzenforschung hat belegt, dass oxidativer Zellstress und Schäden am Erbgut weit unterhalb der Anlagegrezwerte entstehen.
  5. Die Schweiz hat ein Grenzwertkonzept, das die Bevölkerung nicht besser schützt als in anderen Ländern. Im Gegenteil, einige Länder schützen ihre Bevölkerung sogar besser.
  6. Wer behauptet, es gibt keine negativen Auswirkungen von Funkstrahlung auf Menschen, Tiere und Pflanzen, ist entweder uninformiert oder verbreitet Industriepropaganda.

Unsere beiden Versände an die Ständeräte per Brief und Mail plus Beilagen können auf unserer Homepage unter Politik (link) eingesehen werden.

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Medienmitteilung: Ärztliche Leitlinie für die Behandlung von Elektrohypersensivität

Immer mehr Menschen werden von den Auswirkungen elektromagnetischer Felder (Funkstrahlung, Strom etc.) in ihrem täglichen Leben eingeschränkt und erkranken teilweise ernsthaft. Studien belegen, dass die Zahl der Betroffenen seit den 1990er Jahren kontinuierlich am steigen ist. Bislang fehlte es in der medizinischen Praxis jedoch an einheitlichen Empfehlungen für die Diagnose, Therapie und Prävention dieses Krankheitsbildes.

Die Europäische Akademie für Umweltmedizin (EUROPAEM - European Academy for Environmental Medicine) hat deshalb zu Handen der Ärzteschaft eine neue Leitlinie erarbeitet, die das Erkennen und Therapieren des komplexen Krankheitsbildes erleichtert. Sie enthält auch wichtige Information zur Prävention. Die Arbeit wurde erst kürzlich in der internationalen Fachzeitschrift Reviews on Environmental Health veröffentlicht.

Mit der medizinischen EMF-Leitlinie 2016 steht der Ärzteschaft ein schon lange erwartetes Arbeitsinstrument zur Verfügung, das auf dem aktuellen Stand der medizinischen Forschung basiert und sie in die Lage versetzt, Patienten kompetent behandeln zu können.

Der Dachverband begrüsst diese Leitlinie ausdrücklich, da sie zu einem besseren Verständnis der Elektrosensibilität in der ärztlichen Praxis beiträgt.

Englisches Original mit wichtigem Zusatzmaterial
https://www.degruyter.com/view/j/reveh.ahead-of-print/reveh-2016-0011/reveh-2016-0011.xml?format=INT
Deutsche Übersetzung
https://europaem.eu/de/bibliothek/blog-de/98-europaem-emf-leitlinie-2016
Weitere Informationen über Elektrosensibilität und Elektrohypersensitivität (EHS)
http://www.funkstrahlung.ch

 

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Mobilfunkfreie "Weisse Zonen2 - irreal oder rechtlich geboten?

Ein modernes Land mit neuester Technologie braucht immer Vorsorge - so wie es die Bundesverfassung verlangt. Deshalb ist eine Mässigung der Mobilfunkstrahlung in unseren Wohn-, Arbeits- und Schlafstätten notwendig - wie bisher. Damit wir nicht bald in der ganzen Schweiz „Weisse Zonen“ ganz ohne Funk für Schwerstbetroffene einrichten müssen….

Lesen Sie dazu eine Veröffentlichung der Kompetenzinitiative zum Schutz von Mensch, Umwelt und Demokratie.

Neue Zeitschrift für Verwaltungsrecht, Ausgabe 20/2015, 15. Oktober 2015, Seite 1410ff, http://www.nvwz.de. Mit freundlicher Genehmigung des C.H.Beck-Verlages.

Argumente gegen eine Grenzwerterhöhung

Die Beeinträchtigung der Gesundheit durch EMF hat bereits ein derartiges Ausmass erreicht, dass es nicht mehr nur um Vorsorge, sondern um den Schutz einer bereits betroffenen, starken Minderheit und um die Abwendung eines drohenden Schadens für einen Grossteil der Bevölkerung und damit auch für die Wirtschaft geht. Bei der landläufig verbreiteten Meinung „Es ist nichts bewiesen“ handelt es sich indessen um eine längst widerlegte Unwahrheit.

Eine Grenzwerterhöhung der Mobilfunkstrahlung ist aus folgenden Gründen abzulehnen:

Schweizer NIS-Grenzwerte in der Politik

"Das Umweltschutzgesetz verlangt, dass nichtionisierende Strahlung in der Umwelt auf einmass begrenzt wird, das für Menschen weder schädlich noch lästig ist. Zudem müssen nach diesem Gesetz einwirkungen, die schädlich oder lästig werden könnten, im Sinne der Vorsorge frühzeitig begrenzt werden." (erläuternder Bericht zur Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) vom 23.12.1999)

Dauerbestrahlung in Zürcher Primarschulen

Ende März überreichte die «IG WLAN mit Mass in Schulen, Kindergärten und Krippen» dem Zürcher Stadtrat eine Petition mit der Forderung, WLAN-Router nach Gebrauch in Institutionen für Kinder abzuschalten. Nun liegt eine Antwort vor. Die Stadt hält das Abschalten von Accesspoints – auch bei Nichtgebrauch – und damit eine Reduktion von Elektrosmog für nicht notwendig.

Die Petition, die Antwort des Zürcher Stadtrates und eine Medienmitteilung der Interessengruppe WLAN an Schulen finde Sie auf

www.wlan-an-schulen.ch

Vergleich Grenzwerte

Die Schweiz ist mit ihren Grenzwerten für den Mobilfunk heute schon Mittelmass. Bei einer Erhöhung der Anlagegrenzwerte würde sie zur Gruppe der Länder absteigen, die ihre Bevölkerung am schlechtesten vor den Risiken von Funkstrahlung schützt. Ausserdem ist industrielle Elektronik schon lange weltweit durch Normen und Gesetze wesentlich besser geschützt als Menschen.

Vergleich Grenzwerte - pdf

EHS Risikocheck

Elektrosensibilität kann alle treffen. Ob und wann ist abhängig von

  • Strahlungsstärke
  • Strahlungsart
  • Einwirkungszeit
  • individueller Konstitution

Erstellen Sie Ihr persönliches Risikoprifil für Elektrosensibilität mit dem Risikocheck.

 

Ärzteleitlinie

Die Europäische Akademie für Umweltmedizin (EUROPAEM - European Academy for Environmental Medicine) hat zu Handen der Ärzteschaft eine neue Leitlinie erarbeitet, die das Erkennen und Therapieren des komplexen Krankheitsbildes erleichtert. Sie enthält auch wichtige Information zur Prävention. Die Arbeit wurde erst kürzlich in der internationalen Fachzeitschrift Reviews on Environmental Health veröffentlicht.

Mit der medizinischen EMF-Leitlinie 2016 steht der Ärzteschaft ein schon lange erwartetes Arbeitsinstrument zur Verfügung, das auf dem aktuellen Stand der medizinischen Forschung basiert und sie in die Lage versetzt, Patienten kompetent behandeln zu können.

Englisches Original mit wichtigem Zusatzmaterial: https://www.degruyter.com/view/j/reveh.ahead-of-print/reveh-2016-0011/reveh-2016-0011.xml?format=INT

Deutsche Übersetzung: https://europaem.eu/de/bibliothek/blog-de/98-europaem-emf-leitlinie-2016


 

Eine Million Mobilfunkanlagen für die Schweiz

Am Donnerstag diskutiert der Nationalrat über eine Erhöhung der Grenzwerte für Mobilfunkanlagen.

Die Mobilfunknetze werden mit einer zunehmenden Datenflut ausgelastet. Die Grundkonzeption der Netze stösst dabei an ihre physikalischen Grenzen und statt einer sinnlosen Grenzwerterhöhung für Funkstrahlung, sind moderne und flexible Lösungen gefragt. Der Dachverband Elektrosmog Schweiz und Liechtenstein fordert deshalb statt weiterer grosser Antennenmasten eine Million Kleinstfunkanlagen für Büros, Restaurants, Hotels, Plätze, private Haushalte etc. Nur so kann die Datenflut zukünftig bewältigt und die Strahlenbelastung einigermassen tief gehalten werden.

Rund 80% des Datenvolumens wird von leistungsstarken Antennenmasten mit Teilnehmern in Gebäuden abgewickelt. Das ist aus funktechnischer Sicht schlecht, da Gebäudehüllen die Strahlung von Handys und Antennenmasten stark abschirmen. Besser ist es deshalb, Innenräume mit sogenannten Femtozellen von innen zu versorgen. Im Ausland sind diese schon lange im Einsatz und in der Schweiz werden sie von einem Anbieter sogar kostenlos an Kunden abgegeben. Diese Kleinstfunkanlagen strahlen mit maximal 10 Milliwatt Sendeleistung. Grosse Antennenmasten hingegen mit bis zu mehreren zehntausend Watt.

Durch den vermehrten und kostengünstigen Einsatz von Femtozellen, erhält man eine wünschenswerte Trennung zwischen Innen- und Aussenraumversorgung, die entscheidende Vorteile bringt. Teilnehmer in Gebäuden kommen so in den Genuss einer viel besseren Verbindung. Die grossen Antennenmasten werden dabei massiv entlastet und stehen wieder tatsächlich mobilen Kunden zur Verfügung. Zudem kann punktuell und bedarfsorientiert versorgt werden, statt flächendeckend laufend den Strahlenpegel für die ganze Bevölkerung zu erhöhen. Entscheidend für die vielen von Funkstrahlung betroffenen Menschen ist der Umstand, dass dadurch die Zwangsbestrahlung vermieden oder zumindest vermindert werden kann und man so dem Verursacherprinzip gerecht wird.

Am Donnerstag wird im Nationalrat darüber diskutiert, ob die Grenzwerte für Funkstrahlung erhöht werden sollen oder nicht. Eine allfällige Grenzwerterhöhung verhindert Innovationen in diesem Bereich und führt dazu, dass noch viele Jahre an überholter Dynosauriertechnologie mit grossen Antennenmaste festgehalten wird. Zudem würde der sträflich vernachlässigte Glasfaserausbau um weitere Jahre wenn nicht Jahrzehnte verzögert werden.

Mehr Informationen finden Sie in unserer Broschüre (Link)

 

Freundliche Grüsse

Dachverband Elektrosmog Schweiz und Liechtenstein

www.funkstrahlung.ch

 

 

 

 

Der Bundesrat missachtet Bundesgerichtsurteile zum Ausbau der Stromnetze

Das Bundesgericht hat in vier Fällen, bei denen es um einen Ausbau (Kapazitätserhöhung) der Stromnetze geht, klar entschieden

  • Längenberg, ein Teil der auszubauenden Leitung muss in den Boden
  • Riniken AG, ein Teil der auszubauenden Leitung muss in den Boden
  • Lauerz, ein Teil der auszubauenden Leitung muss in den Boden
  • Hohle Gasse, die auszubauende Leitung muss verschoben werden, damit die Grenzwerte eingehalten sind

Hier gilt anzumerken: Wenn sich Leitungen im Boden befinden, werden die Grenzwerte zwangsläufig eingehalten.

Was macht nun die Stromindustrie? Sie lässt über den Bundesrat die entsprechenden Verordnungen und Gesetze ändern, um die Bundesgerichtsurteile umgehen zu können!

Der Dachverband Elektrosmog CH und LI hat diese Absicht in seiner Vernehmlassung zur geplanten Verordnungsänderung klar dokumentiert.

Zur Krönung schreibt der Bundesrat in seiner Begründung:

„Der Bundesrat hat heute die Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) an ein Urteil des Bundesgerichts angepasst. Dieses befand, dass die Strahlung von alten Hochspannungsleitungen weniger streng begrenzt werde als jene von neuen Anlagen. Neu müssen alte Anlagen bei gewissen Umbauten oder betrieblichen Änderungen strengere vorsorgliche Emissionsbegrenzungen erfüllen als bisher.“

Diese Beschreibung suggeriert „alles wird besser“, obwohl genau das Gegenteil der Fall ist: Bei Leitungsausbauten sollen die Leitungen explizit nicht mehr in den Boden, Leitungsverschiebungen werden auch ausgeschlossen und die Grenzwerte müssen nach wie vor nicht eingehalten werden. Hier scheinen die Verfasser auf mangelnde Fachkenntnis des Parlaments zu hoffen.

Die Interessierten Kreise werden die Verordnungsänderung vom Bundesgericht auf Gesetzeskonformität überprüfen lassen, was zu einer weiteren beträchtlichen Verzögerung des Leitungsausbaues führen wird.

Ausführliche Informationen können unserer Stellungnahme im Anhang entnommen werden.

Geschichtliche Entwicklungen aus Sicht der Praxis und von Betroffenen

1992 Start der zweiten Mobilfunk-Generation mit getakteter („gepulster“) GSM-Strahlung im Ausland, 1994 in der Schweiz. Aufmerksame Kreise werden alarmiert durch das Bekanntwerden der ersten Beschwerden bei Anwohnern von GSM-Basisstationen, wie man sie in dieser Art bei der bisher ungetakteten Rundfunkstrahlung nicht kannte.

WLAN, massiver Schlafräuber – aber „Strahlung vernachlässigbar“ - Wie geht das zusammen?

Entgegnung von Peter Schlegel zu Interviews mit Martin Röösli im Tages-Anzeiger vom 31. März 2016 und im Beobachter online vom 1. April 2016

Fachleute für die Messung von Elektrosmog wissen, an welcher Art von Elektrosmog die Menschen leiden. Sie fühlen den Puls der Bevölkerung, sie kennen die Klagen und können deren Berechtigung beurteilen. „Seit der Nachbar den WLAN-Router rund um die Uhr eingeschaltet lässt, ist an Schlaf nicht mehr zu denken!“, hört man seit ein paar Jahren gehäuft. „WLAN nachts abgeschaltet: ich schlafe wieder!“ ist die dankbare Rückmeldung, falls der Nachbar ein Herz hatte.

Tipp 1: WLAN abschalten - Kabel benutzen

WLAN/Wifi kennt keine „4 Wände“ - Tag und Nacht senden WLAN-Router ihre Strahlung in die Runde und verursachen manchem Kopfschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit und Schlimmeres.

Es scheint so bequem, von überall her direkten Zugang ins Internet zu haben. Private, Firmen, Schulen, Hotels, Spitäler …. WLAN wird als Grundbedürfnis angeschaut. Das Resultat ist eine weitere Erhöhung des Strahlungspegels  und unmittelbare Beschwerden von Betroffenen im Wirkungsbereich der WLAN/Wifi.

So können Sie sich und Ihr Umfeld vor der zusätzlichen Strahlenbelastung durch WLAN/WiFi verschonen:

- Verbinden Sie die regelmässig gebrauchten Geräte in Ihrer Wohnung mittels Kabel mit dem Internet (Computer, Laptop, Fernseher, Radio, Drucker, Spielkonsolen, Überwachungskameras, Telefon) – an den meisten Routern können vier oder mehr verschiedene Geräte angeschlossen werden.

- vor allem in Grundschulen und Kindergärten genügt ein verkabelter Computer – Setzen Sie sich dafür ein, dass an der Schule Ihrer Kinder keine WLANs installiert werden.

- In Hotels kann z.B. in den Zimmern ein Kabelanschluss angeboten werden, dazu eventuell ein WLAN-Hotspot in der Lobby – Für Wellnesshotels könnte dies ein zugkräftiges Werbemerkmal sein.

- Spitäler sollten aufgrund der grossen gesundheitlichen Problematik des WLAN und um den Datenschutz zu gewährleisten ganz darauf verzichten, vor allem in den Patientenzimmern.

- Büroarbeitsplätze zu verkabeln bringt nur Vorteile: gesündere Mitarbeiter, schnellere Datenraten (vor allem bei Glasfaseranschluss) und sicherere Datenübertragung.

- Wenn Sie in Ihrer Wohnung hin und wieder an einem unverkabelten Ort das Internet benötigen, kaufen Sie einen WLAN-Router mit Ein/Aus-Schalter. So können Sie das WLAN sofort nach Gebrauch wieder abschalten.

- Mittel- und Hochschulen sollen ihre WLANs mit Vernunft einsetzen und zumindest ausschalten, wenn sie nicht benötigt werden – Setzen Sie sich dafür ein, dass an höheren Schulen nur WLANs installiert werden, die sich abschalten lassen und dass die Lehrpersonen dies auch tun.

- WLAN in öffentlichen Verkehrsmitteln gehört nicht zum service public – machen Sie die Politiker Ihres Kantons auf die Notwendigkeit von strahlungsfreien Abteilen resp. Waggons im Zug aufmerksam.

- Internet über die Stromsteckdose (Power Line Communication PCL) ist keine gesündere Alternative zu WLAN. Auch die vom PLC ausgesandte Kurzwellenstrahlung kann massive Beschwerden verursachen und zudem verteilt sie diese via Elektroinstallation im ganzen Gebäude.

 

Links mit weiteren Infos zu diesem Thema:

Allgemeines zu WLAN:
- https://www.diagnose-funk.org/ratgeber/vorsicht-wlan!/einfuehrung
- http://www.buergerwelle-schweiz.org/themen/strahlung_gesundheit/internet/

WLAN an Schulen:
- http://www.funkstrahlung.ch/index.php/aktivitaeten/wlan-an-schulen-2
http://wlan-an-schulen.ch/- https://www.diagnose-funk.org/ratgeber/vorsicht-wlan!/entwicklung-von-wlan-an-schulen
- http://www.buergerwelle-schweiz.org/themen/strahlung_gesundheit/internet/wlan_in_schulen.html
- http://www.strahlungsfrei.ch/PDFs/SFK_WLAN_fuer_Kinder_und_Schueler_Klaus_Scheler_11-06-2015.pdf

WLAN deaktivieren und ausschalten:
- http://wlan-an-schulen.ch/index.php/informationen/wlan-ausschalten

Postkarte Tipp 1:

Postkarte Tipp 1 - WLAN abschalten - Kabel benutzen
Postkarte Tipp 1 - WLAN abschalten - Kabel benutzen

Mobilfunkstrahlung - Wie gross ist das Risiko?

Titelgeschichte im Beobachter Nr. 15/2015 vom 24. Juli 2015:

http://www.beobachter.ch/leben-gesundheit/wohlfuehlen-praevention/artikel/mobilfunkstrahlung_wie-gross-ist-das-risiko/


 

Empfehlung für die NR/SR-Wahlen vom 18.10.2015 (2)

Verschiedentlich wurden wir angefragt, wer sich von den vielen Kandidatinnen und Kandidaten für das Bundesparlament am ehesten für die Anliegen von Elektrosmog-Betroffenen einsetzt. Wir haben diesbezüglich die Geschäftsdatenbank des Nationalrates nach politischen Vorstössen von National- und Ständeräten durchforstet und ein „Wahlempfehlungs-PDF“ erstellt.

Unter der grünen Überschrift stehen unsere Wahlempfehlungen von NR, die im Zusammenhang mit „Elektrosmog“ in den letzten Jahren  Vorstösse gemacht haben, respektive unsere Veranstaltung in Bern im Bundeshaus besucht haben. Ganz speziell können wir hier Herrn Thomas Aeschi, SVP Zug, empfehlen, der uns bei der Organisation dieses Anlasses äusserst hilfreich war!

In unserer Liste haben wir nur Nationalräte berücksichtigt, die aktuell noch im Amt sind.

Gar nicht empfehlen können wir die Vertreter der BDP und FDP: Ihre politischen Aktivitäten zielen immer auf eine Lockerung der Grenzwerte hin (siehe rote Überschrift).

Wahlempfehlung_NR_SR_2015.pdf

Nationalratssaal im Bundeshaus

Publikation der neuen Rinderstudie von Prof. Hässig

Die neueste Studie von Prof. Michael Hässig von der veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Zürich ist im Journal BMC Veterinary research http://www.biomedcentral.com/1746-6148/10/136 publiziert worden. Die Zusammenfassung auf Deutsch ist im EMF-Portal der Universität Achen http://www.emf-portal.de/viewer.php?l=g&aid=25180 publiziert.  


 

 

Verabschiedet sich der Bundesrat vom Atomausstieg ?

Im Rahmen der Gesetzesänderungen zur Implementierung der Strategie Stromnetze (Änderung des Elektrizitätsgesetzes und des Stromversorgungsgesetzes) Hochspannungsleitung über ein Wohnquartier in Baarwill der Bundesrat die Volksrechte eliminieren, Bundesgerichtsentscheide aushebeln und Landschaften von nationaler Bedeutung mit neuen Hochspannungsleitungen überziehen.

Interessengruppe für WLAN mit Mass in Schulen, Kindergärten und Krippen

WLAN in den Schulen der Stadt Zürich laufen ohne Unterbruch, ein Ausschalten der Accesspoints ist nicht möglich. Die neue Interessengruppe für WLAN mit Mass in Schulen, Kindergärten und Krippen setzt sich dafür ein, WLAN mit Vernunft einzusetzen und zumindest die WLAN-Sender auszuschalten, wenn sie nicht benötigt werden. Wer mehr über diese Thema wissen möchte, findet auf der Homepage der Gruppe Informationen und die Möglichkeit, sich für einen Newsletter einzutragen. Es besteht auch die Möglichkeit, sich aktiv zu engagieren. Melden Sie sich - wir geben gerne Auskunft! http://wlan-an-schulen.ch

Kinder und Handy

Zukunftstaugliche Mobilfunknetze?

Der Bericht des Bundesrates über zukunftstaugliche Mobilfunknetze zeigt mögliche Handlungsoptionen auf. Eine Lockerung der Strahlenschutzbestimmungen sei dabei nicht opportun, denn gesundheitliche Auswirkungen auch unterhalb der geltenden Grenzwerte werden nicht ausgeschlossen. Grundsätzlich betrachtet der Bundesrat die Einhaltung der Anlagegrenzwerte gemäss NISV nach wie vor als technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar.

Der Dachverband Elektrosmog Schweiz und Liechtenstein hatte in seiner Vernehmlassungsantwort zum Postulat Noser mögliche Auswege aus dem Mobilfunkdilemma beschrieben. Beispielsweise soll die ursprüngliche Konzeption des Mobilfunks als Aussenraumversorgung wieder gelten. Die Versorgung innerhalb von Gebäuden kann mit Inhouse-Repeatern oder Kleinstfunkanlagen (Femto-Zellen, wie sie Anbieter heute schon an Kunden abgeben) erfolgen, dies aber nur, wenn dem Problem der ungewollten Mitbestrahlung von Wohnungsnachbarn Rechnung getragen wird. Damit wäre eine Hauptursache des heute so hohen Strahlungspegels eliminiert.

Absolut nicht zur Diskussion stehen die bestehenden Grenzwerte, es sei denn zur Verschärfung. Die unkritische Einstellung der Behörden gegenüber dem privaten, von der Industrie initiierten Verein ICNIRP ist verhängnisvoll. Der Dachverband hat die Abhängigkeiten dieses Vereins in seinem Bericht detailliert beschrieben. Behörden und Bundesrat sollten sich auf die Empfehlungen der unabhängigen, internationalen  Expertengruppe der BioInitiative.org abstützen.

Anhang Bericht „Ausweg aus dem Mobilfunkdilemma“ als Link:

http://www.funkstrahlung.ch/images/pdf/umfrageantworten_bakom_bericht_postulat_noser.pdf

Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, 052 378 23 58

Lex Swissgrid - Nein danke!

Die zuständigen Bundesämter und der Bundesrat wollen die Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) im Zusammenhang mit den Regelungen für Hochspannungsleitungen ändern. Viele der mehr als siebzig Jahre alten, maroden Hochspannungsleitungen sollten längst saniert werden, damit sie den Anforderungen an die neue Energiestrategie gerecht werden. Aufgrund der bestehenden Verordnung müsste dies gemäss mehreren aktuellen Bundesgerichtsentscheiden streckenweise auch mit einer Erdverkabelung der alten Leitungen geschehen. Der Industrie ist diese Massnahme - trotz besseren Wissens - offensichtlich zu kostspielig. Es scheint ihr im Sinne kurzfristiger Gewinne im Stromhandel deshalb einfacher zu sein, die massgebliche Verordnung so zu ändern, dass sich alte Leitungen sukzessive über viele Jahre hinweg laufend ausbauen lassen, ohne die Grenzwerte, wie sie für Neuanlagen gelten, einhalten zu müssen.

Gravierende Auswirkungen der WLANs an Schulen

Immer mehr Schulen richten in ihren Klassenzimmern einen drahtlosen Internetzugang (WLAN) ein. Dies mit der Begründung der besseren Verfügbarkeit auf Laptops, Tablets und Smartphones. Der Dachverband Elektrosmog Schweiz und Liechtenstein ist sehr besorgt über diese Entwicklung. Alarmierende Erfahrungen zeigen, dass sich Funkstrahlung aus dem WLAN-Betrieb zu einem ernsthaften Elektrosmog-Problem entwickelt. An Schulen kann das aus mehreren Gründen besonders gravierende Auswirkungen haben:

Konsultation Lehrplan21

In der Diskussion um den umstrittenen Lehrplan21 ist ein wichtiger Aspekt noch überhaupt nie aufgetaucht: Im fächerübergreifenden Thema „ICT und Medien“ findet keinerlei Auseinandersetzung mit den Risiken der Funktechnik statt. Im Gegenteil ruft der flexible Einsatz von Laptops, Tablets und Smartphones nach der Einrichtung von drahtlosem Internetzugang (WLAN) in allen Schulzimmern. Gerade Funkstrahlung aus WLAN entwickelt sich aber zu einem ernsthaften Elektrosmog-Problem. An Schulen kann das besonders gravierende Auswirkungen haben, weil Schüler und Lehrpersonen den Strahlen des WLANs im Klassenzimmer während sehr langer Zeit ausgesetzt sind und nicht ausweichen können.

Erfassung von Strahlenschäden bei Nutztieren

Wegen der vielen gemeldeten Fälle von erkrankten Tieren in der Nähe von Mobilfunkantennenmasten will die veterinärmedizinische Abteilung der Universität Zürich eine systematische und landesweite Erfassung bei betroffenen Tierhaltern durchführen. Zu diesem Zweck wurde eigens eine online Datenbank eingerichtet, in der Betroffene via Internet ihre Schadenfälle melden können, bei denen als mögliche Ursache ein Mobilfunkantennenmast, eine Stromleitung oder andere elektrische Einrichtungen vermutet werden.

Blinde Kälber kein Einzelfall

Dutzende Kälber kamen in den letzten Jahren auf einem Hof in Reutlingen bei Winterthur mit grauem Star auf die Welt. Sie lebten in der Nähe einer Handyantenne. Das belegen Neugeborene Kälber (sz)Studien der Uni Zürich. Andere Krankheitsbilder bei landwirtschaftlichen Nutztieren in der Nähe solcher Antennen häufen sich.

Alles bloss Einzelfälle?

Blinde Kälber kein Einzelfall

Dutzende Kälber kamen in den letzten Jahren auf einem Hof in Reutlingen bei Winterthur mit grauem Star auf die Welt. Sie lebten in der Nähe einer Handyantenne. Das belegen Studien der Uni Zürich. Andere Krankheitsbilder bei landwirtschaftlichen Nutztieren in der Nähe solcher Antennen häufen sich.

Alles bloss Einzelfälle?

Professor Dariusz Leszczynski – die neue Strategie der WHO resp. ICNIRP

Prof. Dr. Dariusz Leszczynski referiert am 7. März 2015 anlässlich der 15. Generalversammlung von Gigaherz.ch in Thalwil.

Dariusz Leszczynski, Biochemiker mit zweifachem Doktortitel, begann seine Forscherlaufbahn bei der finnischen Strahlenschutzbehörde STUK im Jahre 1992. Dort stieg er die Leiter bis zum höchstbezahlten Research Professor hinauf. Dass Leszczynski sich mehreren Versuchen der Vorgesetzten, seine wissenschaftlichen Aussagen zu zensieren, widersetzte und außerdem seine Vorbehalte gegenüber dem Kurs der ICNIRP auch öffentlich nicht verhehlte, nahm man ihm übel, und schließlich wurde es ihm – wie weltweit schon mehreren Forschern aus ähnlichen Gründen – zum Verhängnis: Auf Ende 2013 verlor er seine Anstellung bei der STUK.

Leszczynski ist weiterhin als Dozent am Biochemischen Institut der Universität Helsinki tätig, ausserdem amtet er unter anderem als Chefeditor der Zeitschrift „Frontiers in Radioation and Health“ und als Verwaltungsratsmitglied von Cellraid. Ltd. Oulu, Finnland.  Er ist in verschiedensten Gremien als Experte eingeladen worden, sei es zum Hearing vor Mitgliedern des U.S. Kongresses über Mobiltelefone und Gesundheit im Jahre 2009 oder im IARC-Expertenpanel zum Entscheid über die Karzinogenität von Mobilfunkstrahlung von 2011 in Lyon. In seinem Blog (https://betweenrockandhardplace.wordpress.com/) entlarvt er Missstände in der Wissenschaft und bezeichnet diese als „Bad Science“.

Mehr zu Dariusz Leszczynski erfahren Sie hir: Dariusz-Leszczynski-curriculum-vitae.pdf

Zurzeit bereitet die WHO ein Projekt vor, das Gesundheitskriterien der elektromagnetischen Strahlung festlegen will. Leszczynski kritisiert die Zusammensetzung der verantwortlichen Arbeitsgruppe auf schärfste und wirft der WHO vor, sich von der ICNIRP gängeln zu lassen. In seinem Referat an der Generalversammlung von Gigaherz beleuchtet Leszczynski diese Zusammenhänge und zeigt die Folgen des vorgesehenen WHO-EMF-Projektes auf.

Weitere Informationen zu Programm und Anmeldung finden Sie auf http://www.gigaherz.ch/veranstaltung/einladung-zur-jubilaeums-generalversammlung/

Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV)

Die mehr als siebzig Jahre alten, maroden Hochspannungsleitungen sollten saniert werden. Einerseits sieht das Umweltschutzgesetz eine Pflicht zur Sanierung vor, andererseits werden die alten Anlagen den Anforderungen an die neue Energiestrategie nicht gerecht. Darum soll die Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) im Zusammenhang mit den Regelungen für Hochspannungsleitungen geändert werden. Bundesrat und BAFU ziehen es aber vor, die Verordnung so zu ändern, dass sich alte Leitungen sukzessive über viele Jahre hinweg laufend ausbauen lassen, ohne die Grenzwerte, wie sie für Neuanlagen gelten, einhalten zu müssen. Besonders irritierend ist der Umstand, dass die Erdverkabelung explizit ausgenommen werden soll, obwohl dies die wirksamste Massnahme zur Reduzierung von nichtionisierender Strahlung (NIS), der Vermeidung von hohen Übertragungsverlusten und der Schonung des Landschaftsbildes ist.

Die Vorlage stellt zweifelsfrei eine Lex Swissgrid dar. Der Dachverband Elektrosmog Schweiz und Liechtenstein hat beantragt, den Revisionsvorschlag zur NISV wegen grundsätzlicher Mängel gänzlich abzulehnen.

Detaillierte Stellungnahme zur Verordnungsänderung

Anhang 1: Auszug aus dem erläuternden Bericht zur NISV von 1999

Anhang 2: Woher kommen unsere Mobilfunk-Grenzwerte?

Link zum Bioinitiative-Report 2012

Link zum Report der European Environment Agency, EEA 2013

Link zu den Vernehmlassungsunterlagen des BAFU

Link zur Medienmitteilung des Dachverbandes

Krebsregister mit unzuverlässigen Hirntumorstatistiken

Wann erhalten wir in der Schweiz das längst überfällige nationale Krebsregister? Die Frist zur Beratung einer im Dezember 2007 eingereichten parlamentarischen Initiative (07.501) ist vom Nationalrat im Juni 2014 nochmals um weitere zwei Jahre verlängert worden. Wer verzögert – oder hintertreibt – aus welchen Gründen die Schaffung einer zentralen Meldestelle?

Neues Bundesgesetz öffnet Schleusen für zukünftige Funkanwendungen

Das Bundesamt für Gesundheit hat den Vorentwurf für ein neues Gesetz in die Vernehmlassung gegeben, das den verheissungsvollen Titel „Bundesgesetz über den Schutz vor Gefährdungen durch nichtionisierende Strahlung und Schall (NISSG)“ hat. Der Titel des NISSG sowie die Definition der nichtionisierenden Strahlung (NIS) in Art. 2 Abs. a formulieren zusammengenommen den Anspruch, dass dieses Gesetz den Schutz vor jeglicher nichtionisierender Strahlung regeln soll; das betrifft den ganzen Frequenzbereich technisch erzeugter elektromagnetischer Felder und Strahlung von  Hausstrom-, Bahnstrom-, Rundfunk-, Mobilfunk- und Radar-Anlagen sowie von Infrarot-, Licht- und Ultraviolett-Strahlern. Dazu soll das Gesetz die technische Nutzung von Schall regeln. Es erstaunt bei diesem umfassenden Anspruch doch sehr, dass im erläuternden Bericht fast nur mit dem – unbestritten dringlichen – Schutz vor leistungsstarken Laserpointern argumentiert wird.

Elektrosmog-Monitoring - Artikel NZZ 25.5.2014

Im Artikel „Die grosse Elektrosmog-Offensive“ in der NZZ am Sonntag vom 25.5.2014 erklärt Jürg Baumann, Chef der Sektion Nichtionisierende Strahlung beim Bundesamt für Umwelt (BAFU), es solle eine möglichst repräsentative Erfassung von Elektrosmog in der Schweiz eingeführt werden. An verschiedenen Orten in der Schweiz seien bereits Messungen durchgeführt worden, nun wolle man ein bundesweites Monitoring durchführen, einerseits mit Modellrechnungen andererseits mit Messungen innerhalb- und ausserhalb von Gebäuden. An sich eine gute Sache, so denn wirklich repräsentativ gemessen wird, also auch an stark belasteten Stellen und mit genauen Messgeräten.

ICT und Medien im Lehrplan21

Gesundheitsrisiken werden ausgeblendet

In der Diskussion um den umstrittenen Lehrplan21 ist ein wichtiger Aspekt noch überhaupt nie aufgetaucht: Im fächerübergreifenden Thema „ICT und Medien“ wie auch unter „Natur, Mensch, Gesellschaft“ sowie bei „Natur und Technik“ findet keinerlei Auseinandersetzung mit den Risiken der Funktechnik statt. Im Gegenteil ruft der flexible Einsatz von Laptops, Tablets und Smartphones vermeintlich nach der Einrichtung von drahtlosem Internetzugang (WLAN) in allen Schulzimmern. Gerade Funkstrahlung aus WLAN entwickelt sich aber zu einem ernsthaften Elektrosmog-Problem. An Schulen kann das besonders gravierende Auswirkungen haben, weil Schüler und Lehrpersonen den Strahlen des WLANs im Klassenzimmer täglich während sehr langer Zeit ausgesetzt sind und nicht ausweichen können.

Drahtlose Computernetzwerke (WLAN) an Zürichs Schulen

Mit dem Projekt KITS3 will das Schul- und Sportdepartement der Stadt Zürich jedes Schulzimmer und jeden Kindergarten mit Computern und funkbasierten Netzwerken (WLAN) ausrüsten. Die Funktechnologie werde sehr sorgsam eingesetzt, wird auf der Website der Stadt und in der Broschüre „WLAN in den Schulen der Stadt Zürich“ behauptet. Ein Augenschein im Schulhaus «Am Wasser», wo der Umbau auf WLAN letzten Sommer bereits vollzogen worden ist, zeigt ein anderes Bild: Weder ein Abschalten der Geräte bei Nichtgebrauch noch eine Leistungsregelung ist möglich, ausserdem sind die Access Points viel zu nahe an den Arbeitsplätzen der Schülerinnen und Schüler platziert.

Bundesrat will keinen Schutz für Schwangere vor Strahlung

Die Revision der Mutterschutzverordnung, die kürzlich zur Vernehmlassung stand, hat keine hohen Wellen geworfen. Mit der Änderung soll die Belastung von werdenden Müttern durch nichtionisierende Strahlung am Arbeitsplatz geregelt werden. Dabei handelt es sich um starke Magnetfelder und Funkstrahlung. Wenige haben gemerkt, dass das SECO viel zu hohe Grenzwerte vorschlägt, nämlich Werte, die der private und von der Industrie gegründete Verein ICNIRP im Jahre 1998 für die Allgemeinbevölkerung empfohlen hat. Diese Werte sind von der Verordnung über nichtionisierende Strahlung (NISV) bereits 1999 mit den sogenannten Anlagegrenzwerten verschärft worden, weil sie keinen vorsorglichen Gesundheitsschutz bieten.

Überall dort, wo sich Menschen mehr als etwa zwei Stunden am Tag in Räumen (Büros, Werkstätten, Spitäler, Schulen, Restaurants, Wohnungen etc.) aufhalten können, gelten für nichtionisierende Strahlung die Anlagegrenzwerte der NISV. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass diese Anlagegrenzwerte keinen ausreichenden Schutz bieten und für immer mehr Menschen eine untragbar hohe Belastung darstellen. Dies gilt insbesondere für die unbestritten besonders empfindliche Personengruppe der Schwangeren und deren ungeborenen Kinder.

Dass mit der revidierten Mutterschutzverordnung jedoch noch viel höhere Grenzwerte auf Empfehlung eines Vereins mit Interessenkonflikten zur Industrie zugelassen werden sollen, ist schon sehr zynisch. Die Änderung der Verordnung scheint ein schleichender Angriff auf die von der Industrie als lästig empfundenen Anlagegrenzwerte zu sein.

Der Dachverband verlangt, dass die Grenzwerte für die Exposition von schwangeren Arbeitnehmerinnen durch nichtionisierende Strahlung in jedem Fall höchstens den Anlagegrenzwerten gemäss geltender NIS-Verordnung entsprechen dürfen. Für eine wirklich umsichtige Vorsorge wären allerdings massiv tiefere Schutzwerte nötig.

Stellungnahme Revision Mutterschutzverordnung 10.1.2014

Zusammenfassung der NIS-Verordnung in einem Artikel des BAFU in der Zeitschrift SafetyPlus 1/2005

Kapitel 19 des BioInitiative-Reports 2012 - Fetal and Neonatal Effects of EMF

Kapitel 24 des Bioinitiative-Reports 2012 - Key Scientific Evidence and Public Health Policy Recommendations

Links:

Bioinitiative-Report 2012: www.bioinitiative.org

Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung NISV: www.bafu.admin.ch

Das Auto ist kein Büro

40 Tote wegen telefonierenden Autofahrern: Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) hat kürzlich die Verkehrsunfallstatistik für das erste Halbjahr 2013 veröffentlicht. Die häufigste und durchaus einfach zu vermeidende Unfallursache – nämlich das Telefonieren beim Fahrzeuglenken – wird in der aktuellen Statistik des ASTRA mit keinem Wort erwähnt.

Mit „lenken statt ablenken“ führen fast alle kantonalen Polizeikorps der deutschsprachigen Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein eine aktuelle Kampagne gegen die Ablenkung und Unaufmerksamkeit beim Fahrzeuglenken. Im Fokus steht die folgenschwere Unsitte der Nutzung von Handys bzw. Smartphones und anderer elektronischer Geräte durch Fahrzeuglenkende. Unaufmerksamkeit und Ablenkung ist auf Schweizer Strassen die häufigste Unfallursache. Ein Viertel bis ein Drittel aller Unfälle lassen sich drauf zurückführen. Untersuchungen von kantonalen Polizeikorps belegen, dass bei mindestens einem Drittel dieser Unfälle am Steuer telefoniert oder Kurzmitteilungen getippt wurden.

Basierend auf den Zahlen der Unfallstatistik für 2012 bedeutet das, dass jährlich mindestens 40 Tote, 467 Schwerverletzte und 2002 Leichtverletzte telefonierenden Autofahrern zum Opfer fallen. Untersuchungen im Ausland deuten darauf hin, dass es tatsächlich noch viel mehr Verkehrsteilnehmer sind, die dem vermeintlichen Kavaliersdelikt zum Opfer fallen. Die Tendenz bei diesem fehlbaren Verhalten ist insbesondere bei jungen Fahrzeuglenkern steigend.
Wissenschaftliche Studien belegen seit Jahren zweifelsfrei, dass sich telefonierende Fahrzeuglenker wie Angetrunkene mit mindestens 0.8 Promille Alkohol im Blut verhalten. Dabei spielt es kaum eine Rolle ob mit oder ohne Freisprecheinrichtung telefoniert wird. Das Ablenkungsrisiko ist in beiden Fällen etwa gleich hoch und deshalb auch gesetzlich verboten. Während bei jedem Unfall generell Blutalkoholwerte ermittelt werden, wird nicht überprüft, ob zum Zeitpunkt des Unfalles telefoniert wurde oder nicht. Deshalb beruhen alle Zahlen bezüglich Ablenkung durch Handys, Smartphones, Tablet-Computer etc. auf Schätzungen.

Würde am Ort des Unfallgeschehens von der Polizei systematisch die Nachreichung eines Mobilfunkverbindungsnachweises von den Unfallverursachern verlangt, könnte zweifelsfrei festgestellt werden, ob elektronische Kommunikationsgeräte der Grund für eine mögliche Ablenkung waren oder nicht. Weshalb wird diese einfache und kostengünstige Massnahme nicht sofort vom ASTRA zur Umsetzung vorgeschlagen?

Der Dachverband Elektrosmog Schweiz und Liechtenstein hat im Rahmen der Vernehmlassung zum zweiten Paket von Via sicura dem ASTRA diesen und zahlreiche weitere Vorschläge für mehr Sicherheit im Strassenverkehr bezüglich der Ablenkung durch Handys, Smartphones, Tablet-Computer etc. unterbreitet.

Kein Handy-Gespräch, keine SMS, kein Chat und kein Daten-Download ist so wichtig, dafür Menschenleben zu riskieren.

Siehe auch Nationalrätliche Interpellation Mobiltelefonie und Autounfälle von Geri Müller mit dem Kommentar des Dachverbandes zur Antwort des Bundesrates: Kommentar Interpellationsantwort

und die Stellungnahme des Dachverbandes zur Vernehmlassung von ViaSicura: Stellungnahme Eingabe ViaSicura2

Krokodilstränen der Mobilfunkanbieter

Medienmitteilung vom Dachverband Elektrosmog Schweiz und Liechtenstein, St. Gallen 19.12.2013

Krokodilstränen der Mobilfunkanbieter

In der Medienmitteilung mit dem Titel:

Ausbau der Mobilfunknetze: Internationale Vergleichsstudien belegen nachteilige Rahmenbedingungen für Schweizer Mobilfunkbetreiber

haben sich das ForumMobil und der schweizerische Verband der Telekommunikation (ASUT) am 3. Dezember 2013 über die vielen Knüppel beschwert, die ihnen den Bau von Antennen erschweren und verteuern sollen worunter schlussendlich die Konsumenten wegen hohen Gebühren leiden würden.

Viele Tageszeitungen haben das Thema aufgegriffen und entsprechende Artikel veröffentlicht. Die leider  unreflektierte Übernahme der betreffenden Medienmitteilung wirft Fragen auf.

Im Sinne einer nicht durch Eigennutz verfälschten, dafür aber neutralen und sachlichen Information, versenden wir unsere Gegendarstellung, welche die zum Teil völlig falschen Aussagen der Mobilfunkindustrie berichtigt.

Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, 052 378 23 58

Markus Lauener

Präsident

Dachverband Elektrosmog
Schweiz und Liechtenstein

Gegendarstellung

umfrageantworten_bakom_bericht_postulat_noser.pdf

Zukunft Mobilfunk - Postulat Noser

Nationalrat Ruedi Noser (FDP) verlangt in einem Postulat, dass der Bundesrat dem Parlament einen Bericht vorlegen soll, der die Entwicklungsmöglichkeiten im Bereich des Mobilfunks darlegt. Aus gesamtheitlicher Sicht soll eine Auslegeordnung erstellt und eine Einschätzung über den Stand und die Zukunft der Mobilfunkentwicklung abgegeben werden. Eine Arbeitsgruppe unter Leitung des Bundesamtes für Kommunikation (BAKOM) wurde mit der Ausarbeitung des Berichts beauftragt.

Zu diesem Zweck hat das BAKOM im Mai dieses Jahres verschiedene Interessengruppen und Behörden wie auch alle Mobilfunkbetreiber schriftlich zur zukünftigen Entwicklung des Mobilfunks befragt. Der Dachverband Elektrosmog Schweiz und Liechtenstein wurde vom BAKOM von dieser Befragung zuerst bewusst ausgeschlossen und erst nach Intervention zu einer Stellungnahme eingeladen.

Nosers Vorstoss liest sich als Forderungskatalog der Mobilfunkindustrie. Deren Anliegen sind bekannt: Es geht darum, die geltenden Grenzwerte für Funkstrahlung zu erhöhen, obwohl diese aus gesundheitlicher Sicht bereits viel zu hoch sind. Zudem sollen für die Mobilfunkbetreiber unliebsame Bundesgerichtsentscheide via Gesetzgeber ausgehebelt und die Planungshoheit von Städten und Gemeinden bezüglich Mobilfunkmasten weitgehend beschnitten werden. Unterschwellig werden altbekannte, aber unbegründete Bedenken geschürt, wonach die Konkurrenzfähigkeit der Schweizer Wirtschaft angeblich leiden könnte, wenn dem Schutz der Gesundheit vor Strahlung mehr Gewicht gegeben werde.

Der Dachverband Elektrosmog Schweiz und Liechtenstein legt in einer umfassenden Antwort an das BAKOM dar, wie man mit Innovation und entsprechenden Rahmenbedingungen den Anforderungen an die zukünftige mobile Kommunikationsinfrastruktur sehr wohl gerecht werden kann, ohne die Bevölkerung einer übermässig hohen und damit nachweislich gesundheitsschädlichen Funkstrahlung auszusetzen. Die gesamte Wirtschaft wird davon profitieren, wenn durch gezielte strahlungsmindernde Massnahmen die Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmer erhalten bleibt. In unserer Umfrageantwort wird zudem erläutert, wie der Staat das volkswirtschaftliche Risiko des Technologiemonopols Mobilfunk vermindern könnte und damit Druckversuchen aus der betreffenden Branche besser widerstehen kann.

Empfänger: BR Leuthard, Alle Mitglieder von National- und Ständerat, BAKOM, BAG, BAFU, ARE, Kantone, Gerichte, Verbände, Parteien, Medien

Beilagen:

- unser Schreiben an BR Doris Leuthard, 26. Juli 2013

- unsere Umfrageantwort "Wege aus dem Mobilfunk-Dilemma", 26. Juli 2013

Handyantennen machen Kälber krank

Artikel im K-Tipp vom 24. April 2014: https://www.ktipp.ch/artikel/d/handyantennen-machen-kaelber-krank/

Ganzer Artikel als pdf:


 

Handyantennen machen Kälber krank

Artikel im K-Tipp vom 24. April 2014: https://www.ktipp.ch/artikel/d/handyantennen-machen-kaelber-krank/

Ganzer Artikel als pdf:

Gesundheitstipp März 2013

Die Konsumentenzeitung "Gesundheitstipp" hat in ihrer neuesten Ausgabe vom März 2013 unter Mitwirkung von Peter Schlegel einen sehr informativen Artikel über die Strahlenprobleme bei WLAN, WiFi und Wireless geschrieben und gibt Tipps, wie man sich schützen kann. Das Heft ist ab sofort an jedem Kiosk erhältlich, online ist der kostenpflichtige Artikel abrufbar unter http://www.gesundheitstipp.ch/themen/beitrag/1082268/Der_hausgemachte_Elektrosmog.


 

WOZ-Artikel vom 24.1.2013

Die Wochenzeitung WOZ hat ihren ausführlichen Artikel zu Elektrosensibilität vom 24. Januar 2013 auf ihrer Homepage freigeschaltet. Sehr lesenswert, denn immer mehr Menschen sind von diesem Leiden betroffen: http://www.woz.ch/1304/elektrosmog/todmuede-aber-hellwach

WOZ Wochenzeitung vom 24.1.2013


 

Neues Bundesgesetz öffnet Schleusen für zukünftige Funkanwendungen

Das Bundesamt für Gesundheit hat den Vorentwurf für ein neues Gesetz in die Vernehmlassung gegeben, das den verheissungsvollen Titel „Bundesgesetz über den Schutz vor Gefährdungen durch nichtionisierende Strahlung und Schall (NISSG)“ hat. Der Titel des NISSG sowie die Definition der nichtionisierenden Strahlung (NIS) in Art. 2 Abs. a formulieren zusammengenommen den Anspruch, dass dieses Gesetz den Schutz vor jeglicher nichtionisierender Strahlung regeln soll; das betrifft den ganzen Frequenzbereich technisch erzeugter elektromagnetischer Felder und Strahlung von  Hausstrom-, Bahnstrom-, Rundfunk-, Mobilfunk- und Radar-Anlagen sowie von Infrarot-, Licht- und Ultraviolett-Strahlern. Dazu soll das Gesetz die technische Nutzung von Schall regeln. Es erstaunt bei diesem umfassenden Anspruch doch sehr, dass im erläuternden Bericht fast nur mit dem – unbestritten dringlichen – Schutz vor leistungsstarken Laserpointern argumentiert wird.

Der Dachverband Elektrosmog Schweiz und Liechtenstein ist der Auffassung, dass hier ein neues Gesetz auf Vorrat geschaffen werden soll, das später auf Verordnungsebene verschiedenste weitere Regelungen mit ungenügendem Schutz ermöglicht. Ein solcher ist deshalb zu befürchten, weil der Gesetzesentwurf in krassem Widerspruch zum Umweltschutzgesetz (USG) steht. Im USG ist eine der fortschrittlichsten Errungenschaften unserer zivilisierten Gesellschaft verankert: das Vorsorgeprinzip. Es bedeutet, dass bereits dann Massnahmen zum Gesundheitsschutz getroffen werden müssen, wenn absehbar ist, dass NIS schädliche Wirkungen haben. Im neuen NISSG soll darauf allen Ernstes verzichtet werden und explizit sogar eine „geringfügige Gefährdung“ von Personen durch NIS zulässig sein. Wieviel NIS von einem Laserpointer soll beispielsweise ein Polizist, Lokführer oder Pilot ertragen müssen, damit seine Augenschäden nicht bloss als geringfügig eingestuft werden?

Wir halten den Gesetzesentwurf für ein Abbild des wenig sachdienlichen Kompetenzgerangels zwischen den  beteiligten Bundesämtern unter Einbezug kantonaler Vollzugsorgane. Insbesondere betrifft dies das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und das Bundesamt für Umwelt (BAFU). Besonders irritierend ist auch, dass dem Bund erlaubt sein soll, private Unternehmen für Kontrollaufgaben beizuziehen. Aus anderen Bereichen ist hinlänglich bekannt, dass die Auslagerung behördlicher Aufgaben an Dritte dazu führt, dass für diese Aufgaben über kurz oder lang praktisch keine privaten Unternehmen ohne Interessenkonflikte mehr zu finden sind. In letzter Konsequenz wird sich die NIS-emittierende Industrie selber kontrollieren, was sicher nicht im Interesse der betroffenen Bevölkerung ist.

Der Dachverband Elektrosmog Schweiz und Liechtenstein ist daher der Auffassung, dass es zielführender ist, wenn der Gesetzesentwurf sorgfältig und ohne Zeitdruck überarbeitet wird. Insbesondere sollte geklärt werden, ob ein einheitliches Gesetz über ionisierende und nichtionisierende Strahlung geschaffen werden kann, das konsequent dem Vorsorgeprinzip im USG gerecht wird und dabei die aktuelle industrieunabhängige Forschung sowie die medizinische Praxiserfahrung berücksichtigt. Entgegen den wenig plausiblen Begründungen im Erläuternden Bericht könnte das Problem mit den Laserpointern, Solarien und Schall kurzfristig mit der Anpassung bestehender und, falls notwendig, auch mit neuen Verordnungen gelöst werden.

Ausführliche Stellungnahme des Dachverbandes

Link zum Gesetzesentwurf des BAG

Elektrosmog-Monitoring - NZZ-Artikel vom 25.5.2014

Im Artikel „Die grosse Elektrosmog-Offensive“ in der NZZ am Sonntag vom 25.5.2014 erklärt Jürg Baumann, Chef der Sektion Nichtionisierende Strahlung beim Bundesamt für Umwelt (BAFU), es solle eine möglichst repräsentative Erfassung von Elektrosmog in der Schweiz eingeführt werden. An verschiedenen Orten in der Schweiz seien bereits Messungen durchgeführt worden, nun wolle man ein bundesweites Monitoring durchführen, einerseits mit Modellrechnungen andererseits mit Messungen innerhalb- und ausserhalb von Gebäuden. An sich eine gute Sache, so denn wirklich repräsentativ gemessen wird, also auch an stark belasteten Stellen und mit genauen Messgeräten.

Messungen wie in Basel sind unbrauchbar
„Die Messungen müssen nicht sehr lang sein. Wichtiger ist, an möglichst vielen Orten zu messen.“ meint Jürg Baumann. Wenn, wie in Basel geschehen, zwei Personen mit dem Messgerät im Rucksack durch die Strassen schlendern, ergeben sich schon die ersten zwei groben Messfehler: Der Körper der Messperson schirmt in drei Viertel aller Messintervalle das Messgerät gegenüber der Mobilfunkantenne auf dem benachbarten Dach derart ab, dass das Messgerät bis zu zwölf Mal weniger anzeigt (in V/m). Theoretisch müsste die Person das Gerät auf einem Helm montieren und so das Gebiet abschreiten und nach spätestens jedem dritten Schritt eine Drehung um 360° machen. Der zweite, gravierendere Fehler, dem die Basler ihre tiefen Durchschnittswerte verdanken, ist die Beschränkung der Messwanderung auf die Trottoirs in der Innenstadt. Die mehrstöckigen Häuser schirmen die Strassenschluchten ideal vor dem Strahlenkegel der Mobilfunkantennen auf den Hausdächern ab. Schon auf Höhe eines dritten Stockwerkes ist die Strahlung 16 Mal höher als auf Strassenniveau (in V/m). Im sechsten Stock muss bereits mit Grenzwertüberschreitungen gerechnet werden.

Welches sind die „fraglichen Gebäude“?
„Immissionen von Handys, WLAN-Anschlüssen oder elektrischen Installationen lassen sich vor Ort messen. Zu diesem Zweck stattet man Personen mit Messgeräten aus, welche die fraglichen Gebäude und Gebiete während eines bestimmten Zeitraums abschreiten.“ – schreibt die NZZ. Wir wissen: Zu diesem Zweck müsste man an vielen exponierten Stellen stationär und über längere Zeit messen, da die Belastungsart zeitlich stark variiert. Das würde landesweit Millionen von Messpunkten bedingen und wäre fast nicht bezahlbar. Bei der Messung in Basel sind Handys und WLANs in den Wohnungen noch gar nicht berücksichtigt worden, allenfalls hat das Messgerät bloss das eine oder andere WLAN, das in einem Büro im Erdgeschoss betrieben worden ist oder ein paar Handys von Passanten erfasst. Um die von aussen kommende Strahlung in einer Wohnung zu erfassen, muss, gemäss Anordnung des Bundesamtes für Umwelt, stets bei offenem Fenster auf 1.5 m ab Fussboden gemessen werden. Wird das Monitoring des Bundes auch die Wohnungen in den oberen Stockwerken erfassen oder begnügt man sich wie bisher, alles auf einer Ebene von 1.5m über dem Erdboden darzustellen? Wird auch in hohen Gebäuden in den Hauptstrahlrichtungen der Antennen gemessen?

Das ewige Märchen der besseren Schweizer Grenzwerte
An dieser Stelle muss wieder einmal darauf hingewiesen werden, dass die Schweizer Bevölkerung nicht besser vor Elektrosmog geschützt ist als der Rest von Europa. Die vielzitierten strengeren Grenzwerte bestimmen, dass Mobilfunk-Sendeanlagen Orte für den Kurzzeitaufenthalt von Menschen mit maximal 61 Volt pro Meter bestrahlen dürfen (Immissionsgrenzwert). An Orten, an welchen sich Menschen lange oder dauernd aufhalten (z.B. in Wohnungen, Schulen, Büros) darf von jeder Antennenanlage nur ein Zehntel dieses Wertes auftreffen (Anlagegrenzwert, max. 6 V/m). In den meisten europäischen Ländern gilt der gleiche Immissionsgrenzwert für jede einzelne Antenne. Zudem ist ein Sicherheitsabstand rund um die Antenne definiert. Der in der Schweiz zusätzlich definierte Anlagegrenzwert von maximal 6 V/m an Orten für Daueraufenthalt (also in Gebäuden) wird von einer einzelnen Antenne sowohl in der Schweiz als auch im Ausland automatisch eingehalten. Dies geschieht infolge der Dämpfung durch Betondecken, Distanz und Abweichung zur vertikalen Senderichtung.
Zu erwähnen ist auch, dass alle WLANs, öffentlich oder privat, und Mikrofunkzellen, die in den Städten die Mobilfunkantennen ergänzen, keinem Grenzwert unterstehen und auch keine Bewilligung brauchen. Fakt ist, dass in den Ballungszentren von ganz Europa, inklusive Schweiz, etwa gleich viel Elektrosmog herrscht; der Datenverkehr und die Gerätedichte ist ja auch vergleichbar.

Die Grenzwerte schützen nicht genug
Die Aussage im BAFU-Bericht von 2013 „Bei diesem Belastungsniveau wurden bisher keine gesundheitlichen Auswirkungen nachgewiesen“ ist schlicht falsch. Fakt ist nämlich auch, dass gemäss allen wissenschaftlichen Studien, die nicht von der Mobilfunkindustrie gesponsert werden, Funkstrahlung bereits ab 0.02 V/m zur Störung im Wohlbefinden der Menschen führt und die Gesundheit von Organismen beeinflusst. Das kann, je nach Dauer, Art und Intensität der Belastung, zu mannigfaltigen Symptomen führen, von Schlafstörungen über Unfruchtbarkeit bis zum Hirntumor, von Wachstumsschäden an Bäumen über Bienensterben bis zur Kälberblindheit.

Warum gibt es keine Langzeitbeobachtungen?
Im Bericht steht auch „Methodisch ausgereifte Langzeitbeobachtungen fehlen praktisch vollständig.“ Warum wohl? Die Technologie existiert schon lang genug, um solche Beobachtungen machen zu können. Es ist, wie immer, viel Geld im Spiel: Weder die Mobilfunkindustrie noch der Bund haben ein Interesse an ungeschönten Informationen. Es ist zu befürchten, dass auch dieses Monitoring des Bundes aufgrund der unzulänglichen Messanordnung zum immer gleichen Resultat führen wird: Die Strahlenbelastung aus den Mobilfunkantennen sei unter dem Grenzwert und für die grosse Belastung aus Handys und WLANs seien wir selber schuld.

Strahlende Computernetzwerke (WLAN) an Schulen der Stadt Zürich

Mit dem Projekt KITS3 wi7 verschiedene WLAN-Accesspoints können empfangen werdenll das Schul- und Sportdepartement der Stadt Zürich jedes Schulzimmer und jeden Kindergarten mit Computern ausrüsten und vernetzen. Mit der Begründung der schnelleren Verfügbarkeit und der Flexibilität wird dabei auf den drahtlosen Internetzugang mittels WLAN gesetzt und in den Schulzimmern WLAN-Accesspoints installiert. Bei einer kürzlichen Umfrage der beiden Zeitungen "20Min" und "BAZ" zu WLAN in Schulen war das Resultat eindeutig: zwischen 60% und 70% der Befragten wollen keine strahlenden WLAN an Schulen und in Kindergärten. Verschiedene Privatschulen sind bereits dazu übergegangen, auf drahtlosen Internetzugang zu verzichten und greifen stattdessen auf kabelgebundene Netzwerke zurück, um Gesundheitsschäden auszuschliessen.

Neuer Bioinitiative Report 2012

Die internationale Arbeitsgruppe der Bioinitiative hat ihren neuen und umfassenden Bericht zu den gesundheitlichen Risiken niederfrequenter und hochfrequenter elektromagnetischer Felder bzw. Strahlung herausgegeben. Er wird heute der Öffentlichkeit vorgestellt. Nach fünf Jahren weiterer Forschungsarbeit ist offensichtlich, dass keinesfalls Entwarnung angebracht ist – im Gegenteil. Es wird eindringlich vor den bislang völlig unterschätzen Risiken funkbasierter Kommunikationstechnologien gewarnt, und die zuständigen Behörden werden zum raschen und entschlossenen Handeln aufgefordert.

Bereits 2007 hat die Bioinitiative-Arbeitsgruppe ihren ersten, weltweit stark beachteten Bericht herausgegeben. Der aktuelle Bericht von 2012 schliesst die seither publizierten rund 1800 neuen Studien von Forscherteams aus aller Welt mit ein. Er wurde von 29 führenden Wissenschaftlern aus zehn Ländern verfasst. Das herausragende Merkmal dieses Berichts besteht darin, dass er unabhängig von staatlichen Organen, Behörden und industriefinanzierten Organisationen entstand.

Der Bioinitiative-Bericht 2012 ist insbesondere unabhängig von denjenigen Industriekreisen entstanden, die für die überholten internationalen Grenzwerte verantwortlich sind. Seine Ergebnisse betreffen auch die verantwortlichen Behörden und Politiker in der Schweiz. Diese behaupten noch immer, dass wir weltweit die tiefsten Grenzwerte für Mobilfunkantennenstrahlung hätten. Tatsache ist jedoch, dass unsere Bevölkerung kaum besser geschützt ist als diejenige im Ausland.

Der Dachverband Elektrosmog Schweiz und Liechtenstein verlangt vor dem Hintergrund des Bioinitiative-Berichts 2012 und der bereits angelaufenen Einführung des mobilen Internets mit einer Verzehnfachung der Antennenzahl, die alten Grenzwerte von 1999 unverzüglich zu überprüfen und dabei die neuste unabhängige Forschung, aber auch die umfangreiche Praxiserfahrung zu berücksichtigen, die bei Ärzten und den im Dachverband zusammengeschlossenen Organisationen vorhanden ist.

http://www.bioinitiative.org

Logo Bioinitiative

Umfrage bei den kantonalen Erziehungsdirektionen

Mit einer Umfrage bei allen kantonalen Erziehungsdirektionen wollten wir als herausfinden, welche Kantone sich der Problematik bewusst sind, welche Empfehlungen sie den Schulgemeinden abgeben und ob sie bereit wären, entsprechende Massnahmen zum Schutz der Schüler und Lehrer vor WLAN Strahlung ergreifen.

Unfallursache Ablenkung durch Handy am Steuer

Ein Botschaftsangestellter der Schweiz fährt in den USA mit dem Auto eine Frau auf dem Fussgängerstreifen zu Tode und die Eidgenossenschaft wird in der Folge mit hohen Schadenersatzforderungen konfrontiert. Während einer Testfahrt in Finnland entgleist ein Zug der Stadler Rail und es entsteht hoher Sach- und Imageschaden. Gemeinsam ist beiden Fällen, dass der Fahrzeuglenker bzw. der Lokführer zum Unfallzeitpunkt ein Handygespräch führte. Dabei handelt es sich keinesfalls bloss um zwei tragische Einzelfälle. Ablenkung beim Fahrzeuglenken ist laut aktuellen Statistiken landesweit und mit steigender Tendenz eine der häufigsten Unfallursachen. Handygespräche und die Bedienung anderer elektronischer Geräte sind eine der Hauptursachen für diese fatale Ablenkung.

Uns vorliegende schriftliche Antworten von kantonalen Polizeibehörden, den Verkehrsverbänden, der zuständigen Bundesrätin bzw. dem ASTRA, der BfU und dem BAG zeigen, dass allen Stellen die Problematik hinlänglich bekannt ist. Bevor beim Gesetzgeber aber nicht der klare politische Wille vorhanden sei, scheue man sich vor dringend notwendigen Gegenmassnahmen.

Der Dachverband Elektrosmog Schweiz und Liechtenstein schlägt im angehängten Schreiben vor, wie sich das gravierende Problem mit ein paar wenigen Massnahmen wesentlich entschärfen liesse. Alle Mitglieder des National- und Ständerats sind mit dem beiliegenden Brief gebeten worden, in dieser dringlichen Angelegenheit mit entsprechenden Vorstössen im Parlament zu handeln. Denn - kein Handygespräch kann so dringlich sein, dafür Menschenleben zu riskieren.

images/pdf/bundesversammlung_info_23_9_12.pdf

Cartoon 433 Ruedi Widmer

Unfallursache Handy / Tragischer Car-Unfall vom 13. März bei Siders

Es wird bereits spekuliert, dass der Fahrer des Unglücksbusses bei Siders durch elektronische Geräte abgelenkt gewesen sein könnte. Wurde überprüft, ob der Fahrer während dem Unfall mit dem Handy telefonierte oder ein anderes elektronisches Gerät bediente und damit abgelenkt war? Wurden die Verbindungsdaten bei den Mobilfunkbetreibern bereits eingeholt?

Diese und noch weitere Fragen haben wir der Regierungsrätin Esther Waeber-Kalbermatten gestellt, denn es müssen alle Risikoquellen überprüft werden um zu verhindern, dass in Zukunft wieder solch schreckliche Unfälle passieren. Unseren Brief an die Regierung des Kantons Wallis finden Sie hier.

Sogar Autohersteller warnen vor dem Gebrauch des Handys in Fahrzeugen. Eine Auswahl von Warnhinweisen in Gebrauchsanleitungen von MAN und VW finden Sie hier.

Unfallursache Handy ?

Warnung des US-Sicherheitsrats
Der U.S. amerikanische Sicherheitsrat warnt vor Handy-Nutzung in Fahrzeugen. "National Safety Council: Understanding the distracted brain - why driving while using hands-free cell phones is risky behavior" White Paper March 2010

Telefonieren und sms am Steuer
bfu-Faktenblatt Nr. 03 2009

Warnung von Fahrzeugerstellern
Fahrzeughersteller warnen vor Handy-Nutzung in Fahrzeugen. Warnhinweise in Gebrauchsanleitungen von MAN, VW und Opel.

Herztätigkeit wird durch Funkstrahlung gestört
Eine Provokationsstudie von Ph.D. Magda Havas mit Herzratenvariabilität zeigt, dass Mikrowellenstrahlung das vegetative Nervensystem beeinflusst. Zusammenfassung und Kommentar der Studie.

Wer telefoniert, fährt schlechter
Spiegel online, 12. Dezember 2002

Elektromagnetische Felder und Gesundheit
WHO Fact sheet No 193, May 2010

Handy am Steuer - eine Gefahr für alle
In den USA sollen Telefongespräche während des Fahrzeuglenkens generell verboten werden. weiter...

Vergleich Handy am Steuer mit Fahren im angetrunkenen Zustand
Studie der Universität Utah von 2006

Datenverkehr und Netzkapazität

Arieso in Newcastle – der Netzwerkspezialist berät Mobilfunkbetreiber und Firmen in der ganzen Welt - hat im November 2011 die Daten von 1.1 Mio europäischen Mobilfunk-Nutzern während eines ganzen Tages analysiert. Resultat: Die Spanne zwischen Extremnutzern und dem Rest der Bevölkerung wird grösser: nur 1 % der Nutzer ist heute für die Hälfte des ganzen Datenverkehrs verantwortlich!

Noch 2009 beanspruchten die 3 % Heavy-User 40 % der Netzkapazität, heute sind es bereits 70 %. Diese Nutzer verwendeten zu 2/3 Laptops, zu knapp 1/3 Smartphones, nur 3 % waren I-Pads. Das extreme Ungleichgewicht im Konsum von Mobilfunkdiensten ist ein weiteres Beispiel einer relativ kleinen Gruppe von Individuen, die eine begrenzte Ressource monopolisieren.

Die starke Zunahme der Smartphones wird zu einer grossen Zunahme des Datenverkehrs führen, Experten von Ericsson rechnen mit einer Verzehnfachung innert 5 Jahren.

Fazit: Ist unter dem historischen Auftrag der Errichtung von mobilen Telefondiensten ein dermassen exzessiver Technologieausbau gedeckt? Die bekannten Schäden an Mensch und Umwelt rufen nach einer starken und raschen Regulierung dieser Entwicklung.

Arieso, news, 06 January 2012: http://www.arieso.com/news-article.html?id=89
The New York Times, January 5, 2012: http://www.nytimes.com/2012/01/06/technology/top-1-of-mobile-users-use-half-of-worlds-wireless-bandwidth.html?_r=1&ref=technology

Blinde Kälber wegen Antennenmast?

Mit Vorbehalt wissenschaftlich bestätigt

Veterinärmediziner der Universität Zürich haben über Jahre systematisch blinde Kälber auf dem Rütlihof von Hans Sturzenegger in Reutlingen untersucht. Als dort nämlich 1999 eine Mobilfunkanlage mit Antennenmast errichtet wurde, kamen in den Folgejahren über fünfzig Kälber mit nukleärer Katarakt (grauer Star) auf die Welt. Das ist wesentlich mehr als im schweizerischen Durchschnitt. Nachdem die Antenne 2006 abgebrochen wurde, sind keine auffälligen Erkrankungen mehr festgestellt worden. Jetzt liegen die Ergebnisse der Fallstudie in der aktuellen Ausgabe des Schweizer Archivs für Tierheilkunde vor.

Versteigerung LTE-Konzession

Milliardenbeträge bestimmen künftiges Verhalten der Behörden beim Mobilfunk

Unter Ausschluss jeder öffentlichen Diskussion, ziehen Bundesrat und ComCom die Versteigerung der neuen Mobilfunkkonzessionen durch. Andere Länder – so Israel - weigerten sich, ohne Kenntnis der möglichen Gesundheitsfolgen diese 4. Generation des Mobilfunks zu erlauben. Die Schweiz hat hingegen bis heute nicht eine einzige Studien zu den Risiken dieser neuen Funktechnologien in Auftrag gegeben.

Hoffen unsere Behörden und die Betreiber, dass die langfristig zu erwartenden gesundheitlichen Schäden der Funkstrahlung, in der Schweiz gar nie eingeklagt werden können, weil sie viel zu früh verjähren? So wie die vielen Asbestopfer in der Schweiz heute vom Gesetzgeber regelrecht verhöhnt werden, wird es zukünftig wohl auch den Strahlenopfern des Mobilfunks ergehen.

Bern könnte sich täuschen: während sich das Asbest-Drama über Jahrzehnte entwickelte, werden wir beim Mobilfunk in absehbar kurzer Zeit mit den Folgen dieser Technologie konfrontiert sein. Erste Hinweise darauf, was uns erwarten wird, geben die vielen gesundheitlichen Schäden bei landwirtschaftlichem Nutzvieh, die bereits nach sehr kurzer Zeit belegbar sind.

Es stellt sich die Frage, ob nicht wenigstens 10% der zu erwartenden Konzessionsgebühren für Forschungszwecke eingesetzt werden sollen. Es könnten damit nämlich im Sinne einer Vorwärtsstrategie möglichst rasch neue Technologien erforscht und entwickelt werden, die weniger Funkstrahlung freisetzen. Insbesondere sollten vom Gesetzgeber rasch Lösungen vorgeschrieben werden, welche endlich die unerwünschte Zwangsbestrahlung beenden.

Datenverkehr und Netzkapazität

Arieso in Newcastle – der Netzwerkspezialist berät Mobilfunkbetreiber und Firmen in der ganzen Welt - hat im November 2011 die Daten von 1.1 Mio europäischen Mobilfunk-Nutzern während eines ganzen Tages analysiert. Resultat: Die Spanne zwischen Extremnutzern und dem Rest der Bevölkerung wird grösser: nur 1 % der Nutzer ist heute für die Hälfte des ganzen Datenverkehrs verantwortlich!

Noch 2009 beanspruchten die 3 % Heavy-User 40 % der Netzkapazität, heute sind es bereits 70 %. Diese Nutzer verwendeten zu 2/3 Laptops, zu knapp 1/3 Smartphones, nur 3 % waren I-Pads. Das extreme Ungleichgewicht im Konsum von Mobilfunkdiensten ist ein weiteres Beispiel einer relativ kleinen Gruppe von Individuen, die eine begrenzte Ressource monopolisieren.

Die starke Zunahme der Smartphones wird zu einer grossen Zunahme des Datenverkehrs führen, Experten von Ericsson rechnen mit einer Verzehnfachung innert 5 Jahren.

Fazit: Ist unter dem historischen Auftrag der Errichtung von mobilen Telefondiensten ein dermassen exzessiver Technologieausbau gedeckt? Die bekannten Schäden an Mensch und Umwelt rufen nach einer starken und raschen Regulierung dieser Entwicklung.

Arieso, news, 06 January 2012: http://www.arieso.com/news-article.html?id=89
The New York Times, January 5, 2012: http://www.nytimes.com/2012/01/06/technology/top-1-of-mobile-users-use-half-of-worlds-wireless-bandwidth.html?_r=1&ref=technology

Netzausbau mit Mikrozellen

Mobilfunknetz – Ausbau nur, wenn Belastung sinkt.

Zum angekündigten Ausbau des Swisscom Netzes mit Mikrozellen.

Swisscom will nächstes Jahr noch mehr Daten übertragen können.Von dieser Meldung ist höchstens der Aspekt positiv, dass nun sämtliche Antennen der Swisscom mit Glasfaser erschlossen werden sollen - dies erlaubt die Elimination der letzten bestehenden Richtstrahlverbindungen zwischen einzelnen Antennen. Die anderen Anbieter Orange und Sunrise verbinden ihre Antennen weiterhin mit Richtstrahlung.

Der Dachverband Elektrosmog Schweiz und Liechtenstein sieht allerdings in der zusätzlichen Anwendung von Mikrozellen in den Städten die reale Gefahr, dass die Gesamtbelastung durch die gepulste Mikrowellenstrahlung erneut zunimmt, weil jeder Netzausbau unmittelbar eine höhere Nachfrage generiert.

Aus biologischer und präventivmedizinischer Sicht ist der Schweizer Grenzwert von 6 V/m sehr stark überhöht. Es ist belegt, dass empfindliche Menschen bereits bei einem tausendstel dieses Wertes gesundheitliche Stö-rungen erfahren. Wenn nun im Nahbereich tausende Mikrozellen installiert werden, ohne dass die weiter ent-fernten Antennen in ihrer Leistung entscheidend reduziert werden, führt das zu einer massiven Mehrbelastung.

Da bisher auf der Höhe des Erdgeschosses die Strahlenbelastung vergleichsweise gering war, wird das mit der Einrichtung von zahllosen – bewilligungsfrei - zu errichtenden Antennen völlig umgekehrt: elektrosensible Menschen werden definitiv aus den Städten vertrieben. Das sind mittlerweile bereits 10 % der Bevölkerung.

Aus diesen Gründen fordert der Dachverband ein Moratorium aller Ausbauten des Mobilfunknetzes, bis die Unschädlichkeit der Mobilfunkstrahlung bewiesen ist.

Handy-Gespräche am Steuer verboten

In den USA sollen Handy-Gespräche während des Fahrzeuglenkens generell verboten werden

Die nationale Verkehrssicherheitsbehörde der USA (NTSB), legte an der Sitzung ihres Ausschusses vom 13. Dezember 2011 einen umfassenden Katalog mit Empfehlungen zur Vermeidung von Verkehrsunfällen wegen Unaufmerksamkeit vor.

Anhand eines eindrücklichen Verkehrsunfalls mit verschiedenen Beteiligten, wurde unter mehreren Risikofaktoren dargelegt, wie gefährlich insbesondere die Ablenkung von Autofahrern durch Handy-Gespräche, durch SMS-Schreiben und durch das Bedienen elektronischer Geräte wie Smartphones sein kann. Untersuchungen zeigen nämlich, dass diese gefährliche Ablenkung des Fahrers auch dann gegeben ist, wenn mit einer Freisprecheinrichtung telefoniert wird. Deborah A.P. Hersman von der NTSB sagt dezidiert: «Nicht wo Ihre Hände sind, sondern wo Ihr Hirn ist, zählt.» Als logische Konsequenz empfiehlt die nationale Verkehrssicherheitsbehörde der USA, die Gesetzgebung so anzupassen, dass generell tragbare elektronische Geräte für alle Fahrzeuglenker in Zukunft verboten werden. Solche Geräte sollen nur noch in Notfallsituation zulässig sein, oder wenn sie so konzipiert sind, dass sie das eigentliche Fahren unterstützen.

Es wird zudem empfohlen, das Verbot mit Nachdruck landesweit durchzusetzen und eine umfassende Aufklärungs- und Informationskampagne für Autofahrer zu lancieren. Ausserdem wird der Verband der Handy- und Unterhaltungselektronikhersteller (CTIA) aufgefordert, technische Lösungen zu entwickeln, die dem Fahrzeuglenker das Telefonieren mit dem Handy während der Fahrt verunmöglichen, es in Notfällen aber zulassen. Mit den vorgeschlagenen Massnahmen soll die Zahl der ständig steigenden Unfälle wegen Unaufmerksamkeit rasch gesenkt werden. In den USA kamen vergangenes Jahr rund 3'000 Menschen wegen Unaufmerksamkeit im Strassenverkehr ums Leben.

Eine Untersuchung der Kantonspolizei Thurgau vom Frühling 2011 hat ergeben, dass rund ein Drittel aller Verkehrsunfälle wegen Unaufmerksamkeit, auf das Konto von telefonierenden Fahrzeuglenkern geht. Zahlreiche Untersuchungen und Studien zeigen nämlich, dass das Telefonieren am Steuer genau so risikoreich ist, wie das Fahren in angetrunkenem Zustand. Dabei spielt es keine Rolle ob mit oder ohne Freisprecheinrichtung telefoniert wird. Der Dachverband Elektrosmog Schweiz und Liechtenstein hat aus diesem Grund alle kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren und die zuständige Bundesrätin Simonetta Sommaruga schriftlich angefragt, um zu erfahren, was unsere Behörden gegen die prekäre Situation zu unternehmen gedenken.

Die verschiedenen Antwortschreiben der zuständigen Bundes- und Kantonsbehörden zeigen, dass das Problem offensichtlich hinlänglich bekannt ist. Die Verantwortlichkeiten werden allerdings abgeschoben und die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse mit zum Teil abstrusen Begründungen nicht anerkannt. Ernsthafte Gegenmassnahmen seien nicht geplant, da man Umsetzungsschwierigkeiten befürchtet. Besonders irritierend ist die Reaktion von BundesrätinSommaruga, welche durch ihr Bundesamt für Strassen (ASTRA) mitteilte, dass neben wissenschaftlichen Erkenntnissen auch die Interessen der Wirtschaft berücksichtigt werden müssten. Im Klartext heisst das wohl, dass man auf die finanziellen Interessen der Handy-Firmen Rücksicht nehmen müsse. Die vielen durch Unaufmerksamkeit im Strassenverkehr geopferten Menschenleben zählen bei unseren Behörden demnach wenig bis gar nichts.

Frei übersetzter Auszug aus der Rede der Vorsitzenden des NTSB, Deborah A.P. Hersman
«[...] Zwei Leben wurden in einem unaufmerksamen Augenblick ausgelöscht und 3'000 weitere Men-schen verloren im vergangenen Jahr auf ähnliche Weise ihr Leben im Strassenverkehr. Leben - ausgelöscht in einem Augenblick, während dem Tippen einer SMS, während eines Tastendrucks. [...] Ja - wir haben elektronische Geräte, um in Verbindung zu bleiben. Aber - ein Unfall unterbricht diese Verbindung - dauerhaft. Es ist an der Zeit, diese Unaufmerksamkeit zu stoppen. Kein Anruf, keine SMS, kein Daten-Update ist ein Menschenleben wert. [...]»

Auszug aus dem Antwortschreiben (27.9.2011) von Direktor Rudolf Dieterle des Bundesamtes für Strassen, welches er im Auftrag von Bundesrätin Sommaruga an den Dachverband Elektrosmog Schweiz und Liechtenstein schickte.
«[...] Tatsächlich besagen neue Studien, dass das Telefonieren am Steuer mit Freisprecheinrichtung einen grösseren Ablenkungseffekt haben kann als bisher angenommen. [...] Politische Entscheide stützen sich zudem nicht nur auf wissenschaftlichen Erkenntnissen ab; sie müssen auch andere Aspekte wie die Praktikabilität, die Verhältnismässigkeit und die Wirtschaftsverträglichkeit in die Überle-gungen miteinbeziehen. [...] Ein Verbot für das Telefonieren mit einer Freisprechanlage ist daher in nächster Zeit nicht zu erwarten. Laufend sind wir aber daran, die neuesten Erkenntnisse, welche für ein generelles Handyverbot sprechen, zu prüfen. [...] »


Weitere Informationen
http://www.ntsb.gov/news/events/2011/gray_summit_mo/presentations.html
http://www.nsc.org/Pages/NSCApplaudsIIHSEffortstoUnderstandEffectsofCellPhoneUseLegislation.aspx
http://www.20min.ch/digital/handy/story/28492436
http://www.20min.ch/news/zuerich/story/10959396
http://www.lenken-statt-ablenken.ch
http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/7153070.stm
http://www.trl.co.uk/

Politbarometer Wahlen 2011

Gesundheitsschutz scheidet Parteienlandschaft

National- und Ständeratskandidaten äussern sich zum brisanten Thema Elektrosmog:
Präsentation aufschlussreicher Umfrageergebnisse.

Der Dachverband Elektrosmog Schweiz und Liechtenstein wollte von den künftigen Bundesparlamen­tariern wissen, wie ernst sie die zunehmende Belastung durch Elektrosmog und den notwendigen Gesundheitsschutz im Zusammenhang mit neuen Technologien nehmen. Er verschickte vor etwa einem Monat an alle Kandidaten einen zehn Punkte umfassenden Fragebogen zum Gesundheits­risiko von Mobilfunktechnologien, dem Informationsstand über Elektrosmog, der Einführung von intel­ligenten Stromzählern (Smart-metering) und dem mobilen Internet (LTE). Bis zum heutigen Zeitpunkt haben sich knapp 10% der Kandidaten an der Umfrage beteiligt. Am meisten interessierten sich - wenig überraschend - Grüne mit 22 %, EVP mit 16.4 % und SP mit 14 % (je mit Jung-Parteien), sehr viel weniger Interesse zeigten CVP mit 4.5 % und FDP mit 1.7 %  am Total aller Antwortenden.

Elektrosmog wird Thema

Interessant wird die Umfrage dort, wo sich über alle Parteien hinweg klare Trends in den Antworten zeigen (siehe Grafiken im Anhang):

  • Breit unterstützt wird die Forderung nach mehr Information zu Risiken des Elektrosmogs und die (Wieder-)Einführung von handyfreien Ruhewagen im Öffentlichen Verkehr
  • Eine sofortige und rigorose Durchsetzung des gesetzlichen Verbots von Handygesprächen im Auto wird durchwegs verlangt.
  • Kinder, Kranke und Schwangere sollten besser vor Funkstrahlung geschützt werden, andererseits lehnt die Mehrheit die Einführung eines Schutzalters von 16 Jahren beim Handy-Gebrauch ab.
  • Vor einer allfälligen Einführung neuer Technologien für das mobile Internet (LTE), sollen die gesundheitlichen Risiken umfassend geklärt werden.

Krankheitsbild Elektrosensibilität noch wenig bekannt

Wenig überraschend zeigt sich, dass das Krankheitsbild Elektrosensibilität – als Folge übermässiger Strahlenbelastung – auch bei den Kandidierenden noch wenig bekannt ist.

Für den Dachverband Elektrosmog gibt die Umfrage interessante Hinweise auf seine künftigen Arbeitsschwerpunkte zur Information der Öffentlichkeit und der Entscheidungsträger hinsichtlich der Risiken und Folgen von Elektrosmog, zu denen auch die noch viel zu hohe elektromagnetische Strahlung moderner Kommunikationstechnologien immer eindeutiger gehört.

Politbarometer Wahlen 2011 Antworten kumuliert

Petition abgelehnt

Ohne eine einzige Wortmeldung haben sowohl Nationalrat wie Ständerat die Petition abgelehnt !

Rund 20'000 Unterschriften

Bern – Neun Organisationen für den Schutz vor Elektrosmog in der Schweiz geben dem Bundesparlament heute über 19'135 Unterschriften der Petition für weniger Funkstrahlung.ch ab. Gefordert wird eine umwelt- und gesundheitsverträgliche Ausgestaltung moderner Funktechnologien. Geräte des täglichen Lebens, die Funkstrahlung abgeben, sollen auffällig gekennzeichnet werden. Ausserdem sollen Gemeinden die Planungshoheit für die Standorte von Mobilfunkantennen zurückerhalten.

Seit Anfang Jahr sammelten die beteiligten Organisationen Unterschriften für die Petition für weniger Funkstrahlung.ch. Die Unterschriftensammlung verlief mit fast 20‘000 Unterschriften erfolgreich, obwohl die grossen Umweltverbände und Konsumentenschutzorganisationen leider noch abseits standen. Auch seitens der Bundesparteien gab es keine offizielle Unterstützung. Ebenso lehnt die Mehrheit der vorberatenden Nationalratskommission UREK-N die Anliegen der Petition mit aus fachlicher Sicht nicht haltbaren Argumenten ab. Offensichtlich besteht ein grosses Informationsdefizit. Hinter der Petition stehen neben den neun Organisationen auch viele Betroffene und Experten aus den Bereichen Medizin, Forschung, Planung und Jurisprudenz. Auch viele Politiker und Behörden aus Gemeinden unterstützen die Petition.

Ein stetig wachsender Teil der Bevölkerung hat Bedenken gegenüber der zunehmenden Belastung durch Funkstrahlung bzw. Elektrosmog. Viele sind dadurch bereits gesundheitlich beeinträchtigt. Die einseitige, unvollständige Kommunikation der Forschungsergebnisse sowie eigene Erfahrungen haben dazu beigetragen, dass die Menschen nicht mehr an die offiziell betonte Unschädlichkeit der Funkstrahlung glauben. Sie verlangen einen besseren Schutz, glaubwürdige Grenzwerte, klare Informationen, unabhängige Forschung und vor allem Mitbestimmung. Strengere Vorschriften können bestehende Technologiemonopole aufbrechen und Innovationen hervorbringen, die letztlich allen dienen, der Wirtschaft und der Bevölkerung.

Mit der Petition für weniger Funkstrahlung.ch stützen wir in erster Linie die parlamentarische Initiative von NR Christian van Singer, über die in der laufenden Session abgestimmt werden soll. Auch den anderen hängigen parlamentarischen Vorstössen zum Thema Elektrosmog möchten wir Nachdruck verleihen.
Im Anhang ist ein Dossier mit ausführlichen Informationen zu finden, welches das Thema von allen Seiten kritisch beleuchtet. Heute um 14:00 Uhr wird die Petition im Rahmen einer kleinen Aktion dem Bundesparlament in Bern übergeben

Kampagne zur Durchsetzung des Telefonierverbotes

Kampagne zur Durchsetzung des Telefonierverbotes wird von weniger Funkstrahlung.ch begrüsst.

Die unhaltbare Situation auf unseren Strassen ist aufmerksamen Verkehrsteilnehmern – vor allem aber den Radfahrern und Fussgängern - seit langem bekannt. Sie verlangen darum eine konsequente Einforderung der Telefonie-Daten der beteiligten Fahrzeuglenker bei Unfällen.

In diesem Zusammenhang ist auch interessant, was die Justizministerin Widmer-Schlumpf zu dieser Forderung zu sagen hat. In einem juristischen Hochseilakt – gegen die Regeln aller Logik verstossend – geht sie davon aus, dass sich im Falle eines Unfalls der zugrunde liegende bewusste Verstoss gegen die Verkehrsregelnverordnung von selbst dem Untersuchungsrichter mitteilt. Und aus diesem Grund sei im Allgemeinen davon abzusehen Telefonverbindungen zu überprüfen.

Dabei ist klar: wenn eine Autolenkerin das Telefon betriebsbereit neben sich hinlegt, ist das eine vorbereitende Handlung zu einem Verstoss – und wenn sie ein Gespräch dann noch ent-gegennimmt ein vorsätzlicher Entscheid dazu. Somit ist ein „Eventualvorsatz zu schwerer Körperverletzung“ und „Gefährdung des Lebens“ bei jedem betriebsbereiten Gerät in Reichweite des Lenkers gegeben. Jetzt fehlt also noch eine Kampagne, die sich an die Untersuchungsbehörden richtet.

Definitiv besser wird es nur durch die Pflicht, die Betriebsdaten eines Fahrzeugs automatisch für einige Minuten zu speichern, inklusive einer fotografischen Aufnahme des Lenkers; bei einem Unfall sind so sämtliche relevanten Ereignisse abrufbar. Das müsste vor allem auch die Versicherer – vor allem die Krankenversicherer – brennend interessieren. Kosten für diese Präventionsmassnahme: knapp über 100 Franken pro Fahrzeug…

Kälber, Bienen und Bauern

Kälber, Bienen und Bauern - Warum sie zuerst unter Strahlung leiden

Frühling. Sind meine Kühe gesund?

Habe ich problemlose Geburten im Stall? Mehr und mehr Bauern klagen über bis zu 40 % Totgeburten, Kälberblindheit, Erkran-kungen der Gelenke, Euter, sinkende Milchleistung. Das geht auch massiv ins Geld, einzelne Betriebe haben Einnahmenausfälle von zehntausenden Franken pro Jahr. Die Landwirte müssen in dieser Lage zudem mit medizinischen und juristischen Gutachten gegen die Antennenbetreiber kämpfen: ein Martyrium, ganz abgesehen vom Leid, das nicht nur ihre Tiere, sondern auch sie selbst betrifft. Und interessant: die Probleme sind weniger intensiv, wenn die Sendeleistung der nahe liegenden Mobilfunkantennen reduziert wird und hören ganz auf, sobald sie abgestellt und rückgebaut werden. Leider braucht es regelmässig intensivsten Druck auf Behörden und Betreiber, bis es soweit ist!

Frühling. Stunde der Wahrheit für Imker

Haben meine Völker den Winter überlebt? Nur Völker mit guter Futterversorgung sind vital und halten Krankheitserregern stand. „Plötzlicher Zusammenbruch der Kolonie“ nennt man das spurlose Verschwinden der Arbeiterinnen - der Stock samt der Königin, den jungen Bienen und der Brut hungert aus. Experten verneinen, dass der lang anhaltende Winter die Ursache sein kann, wenn gesunde Völker mit genügend Individuen eingewintert wurden. Auch bei Bienen geht’s vor allem ums Fressen: woran liegt es also, dass sie nicht genug zu fressen kriegen?

Die Biene nimmt die Feldlinien des Erdmagnetismus wahr und ist damit auch sensibel auf elektrische und magnetische Felder. Für die Wahrnehmung der Feldlinien des Erdmagnetismus ist eine Vielzahl winziger, parallel ausgerichteter eisenhaltiger Kristalle verantwortlich: im Stock angekommen, kommunizieren die Bienen (im Dunkeln) mit dem bekannten Schwänzeltanz: sie teilen durch „Vortanzen“, also übermitteln von Schwingungen, den anderen die Koordinaten der Futterquelle mit. Wenn diese Kommunikation durch fremde Strahlenquellen im Feld und im Stock gestört ist, kann die Mitteilung zur Ortung nicht weitergegeben werden, die Bienen an diesem Standort verhungern in der Folge buchstäblich. Ende der Vegetationsperiode sind die Bienenvölker im Feld von Mobilfunksendern aufgrund des Verlustes der Sammelbienen so geschwächt, dass sie den Winter nicht überleben können - geschwächte Bienen sind krankheitsanfällig. Dieser Zusammenhang wurde durch eine wissenschaftlich durchgeführte Versuchsanordnung von Gigaherz.ch erhärtet. Wenn man die Standortkarte des BAKOM für Mobilfunk anschaut, ist festzustellen, dass befallene Regionen auch Standorte vieler UMTS-Sender sind. Diese Strahlung gilt unter Spezialisten als biologisch besonders aggressiv. Nachvollziehbar die höhere Neigung zum Schwärmen (Flucht!) und die höhere Aggressivität, die von Imkern berichtet wird. Von 1970 bis 1998 waren jährlich nur 20 bis 50 von Sauerbrut befallene Stände gemeldet worden. Seit über zehn Jahren nimmt die Zahl der „Seuchenfälle“ zu - im glei-hen Zeitraum wird der Mobilfunk breit ausgebaut. Im Jahr 2006 – mit der breiten Einführung der UMTS-Technologie – sogar rasant.

Wenn die Bienen im bisher festgestellten Mass sterben, sind in wenigen Jahren wichtige Teile unserer Nahrungsmittelproduktion in sehr grossem Mass betroffen. In China und in den USA werden bereits heute Fruchtbäume von Hand bestäubt - wird der Bund, der grosse Einnahmen von den Mobilfunkfirmen hat, bald Zivilschützer mit Pinseln in die Kulturen schicken müssen?

Frühlingsmüdigkeit - bei Landwirten?!

Viele der Symptome, die vor allem durch Mobilfunkstrahlung bewirkt werden, werden aus Unkenntnis noch anderen Ursachen zugeschrieben: Erschöpfung, Kopfschmerzen, Tinnitus, Gelenkschmerzen, ADHS, Hautkrebs, Krebs auf der Handy-Seite des Kopfes… die Zeugungsfähigkeit wird reduziert, die Keimzellen werden zerstört. Dies wird in unabhängigen Studien wiederholt bestätigt, von den gesponserten „Forschern“ meistens zerredet.

Der gemeinsame Nenner

Kälber, Bienen und Bauern haben eines gemeinsam: sie sind aus wissenschaftlicher Sicht stand-ortgetreu; also arbeiten, leben, wohnen und wei-den am selben Ort. Können nicht ausweichen, sind Tag und Nacht im gleichen Lebensraum. Gehen nicht in die Ferien. Die Menschen arbeiten und die Tiere weiden draussen – je umweltfreundlicher der Betrieb produziert, desto mehr! Sie sind über die Zeit gesehen also wesentlich länger exponiert als Leute, die in Häusern leben und arbeiten. Das erklärt, warum die durch Mobilfunkstrahlung beschriebenen Schädigungen (vorerst!) gehäuft bei einzelnen, besonders stark bestrahlten Lagen auftreten.


WLAN in den SBB-Zügen

Die SBB bestellt neue Doppelstockzüge, die für die nächsten dreissig Jahre durch die Schweiz rollen werden. Die technischen Details würden nun noch weiter optimiert, wird mitgeteilt. Eine Optimierung begrüssen wir sehr. Wichtig ist insbesondere eine Verminderung der heute bereits sehr hohen Funkbelastung der Reisenden, keinesfalls darf diese Belastung noch steigen. Die SBB sind für Reisende mit Sensibilität gegenüber Funkstrahlung bereits zur "no-go area" geworden. Wir wissen, dass viele von ihnen die Bahn schon heute kaum mehr benützen können. Mit der flächendeckenden Installation von Wireless-Sendern im ÖV wird diese Entwicklung verstärkt, was im klaren Widerspruch zum Grundauftrag steht.

Wichtig zu wissen ist, dass sich zurzeit die WLAN-Strahlung als die aggressivste aller vorhandenen Strahlungsarten erweist. Zahllose Menschen leiden heute unter WLAN-Strahlung beispielsweise aus Nachbarwohnungen, was zu vielen Wohnungswechseln führte. Der vom Bundesamt für Gesundheit BAG empfohlene Abstand der Daueraufenthaltsplätze von WLAN Access Points von 1 m schützt nicht genügend.

Aus der Basler NFP-Studie (Frei 2009) weiss man, dass die Belastung durch Handystrahlung („Passivtelefonieren“) im öffentlichen Verkehr sehr hoch ist. Zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme der neuen Züge werden in der Schweiz wohl gegen 10% der Bevölkerung Beschwerden wegen Strahlungsstress haben. 2005 waren es gemäss einer anderen Basler Studie bereits 5%, und die unserer Erfahrung nach beträchtliche Dunkelziffer war darin noch nicht enthalten. Stärker als die Passagiere ist das Zugspersonal der zusätzlichen WLAN-Strahlung ausgesetzt. Neben den entsprechenden Folgekosten durch Krankheit wären auch arbeitsrechtliche Haftungsfälle zu berücksichtigen.

Die SNCF schützt in ihren TGV-Zügen die Passagiere einigermassen vor Handystrahlung, indem sie sie für Gespräche auf die Plattformen verweist. In Japan ist telefonieren im ÖV verboten: kann oder will die SBB die Konsequenzen der immer stärkeren Bestrahlung der Passagiere wirklich ignorieren? Während der Fahrt "ungestört surfen im Netz" heisst alle Mitpassagiere mit elektromagnetischen Wellen stören.

Die SBB muss dringend die Notwendigkeit des Wireless-Internetzugangs in den Zügen überdenken und nach weniger belastenden Lösungen suchen: Wo ein Stromanschluss ist, könnte auch ein Netzwerkkabelanschluss sein. Die Daten könnten eventuell auch über das Stromversorgungsnetz des Wagens geschickt werden (PLC), wobei die Stromkabel abgeschirmt sein müssten. Im Sinne einer innovativen Strategie wäre es zukunftsgerecht, den Einsatz der gegenwärtig in Entwicklung stehenden technologischen Alternativen wie Infrarot, UV und VLC (Visible Light Communication) zu prüfen. Die Reisenden sitzen mit Handys und Computern stationär an ihren Plätzen; es wäre nur eine kurze Strecke für die Signalübermittlung bis zur Wagendecke zu überbrücken.

Wir sind überzeugt, dass die SBB auch in diesem Bereich echten Innovationsgeist beweisen und verträglichere Lösungen präsentieren werden, dies nicht zuletzt im eigenen Interesse.

Irreführung der Öffentlichkeit - Leserbrief

Gefährliche Falschinformation

Der Tages-Anzeiger bringt am 28.7.11 unter dem Titel:  "Handys für Kinder ungefährlich" eine Agentur-Meldung, die bei genauer Betrachtung einen solchen Schluss nie zulässt: eine Studie von Martin Röösli und anderen sollte beweisen haben, dass der Handygebrauch von Kindern keine Folgen bezüglich Krebsentwicklung habe.

Initianten

Für die Durchführung der Petition für weniger Funkstrahlung.ch haben sich neun Gesundheitsschutzorganisationen zu einem Petitionskomitee zusammengeschlossen.

Gigaherz.ch - Schweizerische Interessen- gemeinschaft Elektrosmog-Betroffener,  www.gigaherz.ch
Bürgerwelle Schweiz, www.buergerwelle-schweiz.org
diagnose-funk - Umwelt- und Verbraucher- organisation zum Schutz vor Funkstrahlung, www.diagnose-funk.org
Strahlungsfreies Kreuzlingen, www.strahlungsfrei.ch
Verein Mobilfunk mit Mass in Erlenbach, www.mobilfunk-erlenbach.ch
IGOMF - Interessengemeinschaft ohne Mobilfunkantennen in Berg SG und Freidorf TG, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Interessengemeinschaft gegen Funkantennen in wohnnahen Gebieten von Wängi TG
Interessengemeinschaft Mobilfunk mit Mass in St. Gallen
Verein für einen gesundheitsverträglichen Mobilfunk Churwalden/Pradaschier
Associazione Territori Vivibili, www.territorivivibili.ch
ARA, Association Romande pour la non prolifération d'Antennes émettrices, dont de téléphonie mobile, www.alerte.ch

Unterstützer

Die nachfolgend aufgeführten Personen, Gemeinden, Firmen und Organisationen unterstützen öffentlich die Petition für weniger Funkstrahlung.ch:

Petition

Neun Organisationen für den Schutz vor Elektrosmog in der Schweiz haben dem Bundesparlament am 14. September 2010 über 19'135 Unterschriften der Petition für weniger Funkstrahlung.ch abgegeben. Gefordert wird eine umwelt- und gesundheitsverträgliche Ausgestaltung moderner Funktechnologien. Geräte des täglichen Lebens, die Funkstrahlung abgeben, sollen auffällig gekennzeichnet werden. Ausserdem sollen Gemeinden die Planungshoheit für die Standorte von Mobilfunkantennen zurückerhalten.

Petitionstext

Medienmitteilung

Flyer EHS

Der Flyer "Elektrosensibilität kann alle treffen" mit den wichtigsten Informationen und einem Risikocheck kann unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bestellt werden.

 


 

Voreilige Entwarnung des Nationalfonds

Voreilige Entwarnung des Nationalfonds: Die Ergebnisse des nationalen Forschungsprogramms stellen die Grenzwerte für Handystrahlung in Frage.

Wichtige Studienergebnisse...

Das kürzlich vorgestellte Forschungsprojekt 57 des Nationalfonds zu Gefahren des Mobilfunks hat aufgezeigt, dass solche Strahlung die DNA-Synthese (Reproduktion) beeinträchtigt, dass sie doppelt so tief in die Schädel von Kindern eindringt als bei Erwachsenen, dass nach dem Telefonieren mit Handys Veränderungen der Hirnströme im Schlaf auftreten, dass verschiedene Kopfregionen sehr stark und in Abhängigkeit des verwendeten Handymodells belastet werden, und dass die Hirndurchblutung und die Herzfrequenz beeinflusst werden. Damit ist auch in der Schweiz die Existenz „nicht-thermischer“ Effekte der Mobilfunkstrahlung bestätigt worden. Da die seit 1999 geltenden Grenzwerte ausschliesslich auf die Vermeidung thermischer Effekte ausgelegt sind, kann mit ihnen kein ausreichender Gesundheitsschutz gewährleistet werden.

.. bleiben ohne Schlussfolgerung:

Der Nationalfonds jedoch zieht aus diesen beunruhigenden Ergebnissen keine Folgerungen. Vielmehr zieht er es vor, auf ein weniger vermintes Feld auszuweichen, die Induktionskochherde.

Ausweichthema Magnetfelder

Offensichtlich um die Mobilfunkindustrie zu schonen, lenkt der Nationalfonds den Fokus auf den gesellschaftlich unbedeutenden Nebenschauplatz der Induktionskochherde und deren Magnetfelder. Nicht dass Magnetfelder harm-los wären; sie sind schon längst als Verursacher von Berufskrankheiten bei Lokomotivführern und Köchen bekannt.

Risiko Mobilfunk muss Hauptthema bleiben

Hingegen wäre Schwangeren, an die sich die neue Empfehlung nun richtet, auch nahezulegen, sich von allen strah-lenden Kommunikationsgeräten fernzuhalten. Ausländische Studien belegen nämlich ein signifikant höheres Risiko von Müttern, die in der Schwangerschaft mobil telefonierten, Kinder mit späteren ADHS-Symptomen zu gebären. An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass die Verschlechterung der Reproduktionsfähigkeit der DNA, wie sie Prof. Primo Schär bestätigte, bei vielen Forschern im Verdacht steht, an der Entstehung von Krebs, unter anderem auch von Hautkrebs, beteiligt zu sein.

Scharfe Kritik am Nationalfonds

Die Elektrosmog-Schutzorganisationen der Schweiz und Liechtenstein kritisieren darum den Nationalfonds scharf, weil er die Forschungsresultate nicht umgehend im Detail publiziert und die nötigen Folgerungen daraus zieht. Sie sehen sich jetzt in ihren früheren Zweifeln an der wissenschaftlichen Unabhängigkeit des NFP 57 bestätigt. Denn Prof. Anders Ahlbom, Angehöriger der Leitungsgruppe NFP 57, ist soeben kurzfristig von einer diese Woche stattfin-denden Fachtagung der WHO abgelehnt worden. Die IARC der WHO will an dieser Tagung in Lyon festlegen, ob Funkstrahlung ein erhöhtes Krebsrisiko darstellt. Prof. Ahlbom konnten enge Industrieverbindungen nachgewiesen werden, womit er für die WHO untragbar ist, für den Nationalfonds aber scheinbar nicht.

Kritik auch an Bundesämtern

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hält an den aus wissenschaftlicher Sicht ungeeigneten Grenzwerten für Handy-strahlung fest und verstösst damit gegen das gesetzlich verankerte Vorsorgeprinzip. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) schaut der Verbreitung von WLAN, DECT-Schnurlostelefonen und anderer strahlender Geräte tatenlos zu und ignoriert die gehäuften Hinweise aus Forschung und Praxis über deren Schädlichkeit.

Nationalfonds Pressekonferenz

Medien sollen dem Nationalfonds helfen, die öffentliche Meinung zu manipulieren

Stellungnahme des Dachverbandes der Elektrosmog-Schutzorganisationen der Schweiz und des Fürstentum Liechtensteins zur Pressekonferenz des Schweizer Nationalfonds am 12. Mai 2011 und zur Informationsveranstaltung am 20. Mai 2011 in Bern.

MedienvertreterInnen wurden auf den 12. Mai zu einer Pressekonferenz des Schweizer Nationalfonds eingeladen. Ausgewählte Ergebnisse des nationalen Forschungsprogramms Nr. 57 zu den Risiken des Elektrosmogs (NFP57) sollen an diesem Anlass präsentiert werden. Die Schutzorganisationen der Schweiz wurden nicht zu dieser Konferenz eingeladen. Auch hat der Nationalfonds bislang den Einblick in die ihm schon längere Zeit vorliegenden Forschungsberichte mit fadenscheinigen Argumenten verweigert. Erst auf den 20. Mai wurden die Elektrosmog-Schutzorganisationen zu einer gesonderten Informations- und Diskussionsveranstaltung in Bern eingeladen, an der dann vermutlich erstmals vertiefte Einblicke in die Studienergebnisse gewährt werden.

Versierte Medienschaffende durchschauen das Vorgehen des Nationalfonds sofort. Es wird für die Medien ein Anlass inszeniert, bei dem kritische Fragen der Schutzorganisationen unerwünscht sind. Die Schutzorganisationen will man erst später an einem gesonderten Anlass - natürlich ohne Medienpräsenz - informieren. Ist es für eine mit Steuergeldern finanzierte Institution wie den Nationalfonds opportun, die Medien auf derart durchschaubare Weise instrumentalisieren zu wollen? Was hat der zu Unabhängigkeit verpflichtete Nationalfonds für Gründe, dass er mit so wenig Transparenz vorgeht? Jedenfalls kommen Zweifel auf, ob die finanziellen Mittel wirklich zweckmässig und den Stiftungsstatuten entsprechend eingesetzt wurden.

Es geht bei den Forschungsvorhaben um die gegenwärtig besonders aktuellen Strahlenrisiken, mit gesundheitlichen Auswirkungen für grosse Bevölkerungsteile. Wir bitten deshalb alle Medienschaffenden, diese vorbereitete Manipulation der öffentlichen Meinung nicht zu unterstützen und erst nach der zweiten und wesentlich ausführlicheren Informationsveranstaltung vom 20. Mai ausgewogen zu berichten.

Auch wenn vom Nationalfonds bislang der Einblick in die Forschungsberichte der elf Projekte verweigert wurde, lassen sich aufgrund der Vorgeschichte bereits einige kritische Fragen stellen. Da die Schutzorganisationen nicht zur Pressekonferenz eingeladen wurden, werden die dort anwesenden Medienschaffenden dringend gebeten, die eine oder andere der in der Beilage aufgeführten Fragen selber zu stellen.

Rückblick Elektrosmog-Kongress in Bern

Krank durch Funkstrahlung – die verkannte Gefahr für die Volksgesundheit

Rund 180 Interessierte haben letzten Samstag am 8.Nationalen Elektrosmog-Kongress in Bern teilgenommen. Schwerpunkt der internationalen Referenten war die Elektrosensibilität und deren Nachweis mittels objektiver Methoden.

Professor Dr. Dominique Belpomme, Onkologe und Umweltmediziner an der Labrouste-Klinik in Paris, beschrieb seine neueste klinische Studie an 425 Patienten. Er hat das Elektromagnetfeld-Intoleranz-Syndrom (EMFIS) in drei Phasen eingeteilt. Erste Symptome können Kopfschmerzen, Tinnitus, Geräuschempfindlichkeit, Augenprobleme, Weichteilschmerzen und in einigen Fällen Dermatitis und neurovegetative Symptome wie Engegefühl in der Brust, Herzklopfen, Herzrasen und Übelkeit sein. Später folgt das klinische Dreigespann Schlaflosigkeit, chronische Ermüdung und Depression. Zum Schluss wird eine dritte Phase beschrieben, die darauf hindeutet, dass das EMFIS bzw. die Elektrosensibilität einer Vorstufe der Alzheimerkrankheit entspricht. Die meisten Patienten zeigten eine schwache Durchblutung bestimmter Gehirnregionen.

Wie der Blutfluss im Gehirn gemessen wird, erklärte MSc Carine Houssay, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Gesellschaft für Krebsforschung und -therapie ARTAC. Die Methode der gepulsten Echodoppler-Enzephalographie ist nicht neu, aber aufwändig. Mit dieser sehr empfindlichen Technik kann eine Durchblutungsstörung im Gehirn früh erfasst werden. Die Ergebnisse einer Langzeitstudie vor und nach der Errichtung eines Mobilfunksenders legte der Physiker Professor Dr. Klaus Buchner vor. Regelmässige Blutentnahmen von 60 Anwohnern zeigten eine signifikante Änderung der Stresshormone. Der Ausgangszustand war auch nach eineinhalb Jahren nicht wieder hergestellt. Eine zweite von ihm vorgestellte Studie belegte den Einfluss der Mikrowellenstrahlung auf verschiedene Proteine.

Professor Dr. Magda Havas, Dozentin für Umwelt- und Ressourcenstudien an der Trent Universität in Peterborough, Kanada, hat mit Untersuchungen beweisen können, dass Elektrosmog gesundheitsschädliche biologische Reaktionen verursacht. Beispielsweise wird bei gewissen Diabetikern der Blutzuckerspiegel beeinflusst. Sehr eindrücklich war das Beispiel von an Multipler Sklerose erkrankten Personen: durch elektromagnetische Sanierungsmassnahmen ihrer häuslichen Umgebung erfuhren sie eine wesentliche Besserung ihrer Beschwerden.

Von einem kürzlich gestarteten Forschungsprojekt berichtete Siegfried Zwerenz, Vorsitzender der Bürgerwelle Deutschland. Mit einer technischen Versuchsanordnung werden elektrosensible Personen in ihrem eigenen Umfeld mit dem Strahlenmix belastet, dem sie normalerweise ausgesetzt sind. Der einzige veränderte Parameter ist die Stärke des elektromagnetischen Feldes, gesteuert durch einen Zufallsgenerator: der Proband weiss nicht, wann er der Strahlung ausgesetzt ist und wann nicht. Damit kann eine vorhandene Elektrosensibilität zweifelsfrei nachgewiesen werden.

Die Elektrosmog-Schutzorganisationen der Schweiz und Liechtensteins setzen sich dafür ein, dass die Strahlenintensität reduziert, der gesetzliche Rahmen angepasst, die Konsumenten informiert, eine unabhängige Forschung garantiert und Elektrosensibilität als Krankheit anerkannt wird. Um diese Forderungen durchzusetzen, haben sich elf Organisationen zum Dachverband Elektrosmog Schweiz und Liechtenstein zusammengeschlossen. (ak)

Krank durch Funkstrahlung

Krank durch Funkstrahlung – die verkannte Gefahr für die Volksgesundheit

8. Nationaler Elektrosmog-Kongress vom 30. April 2011 in Bern

Am kommenden Samstag, 30. April 2011, wird der 8. Nationale Elektrosmog-Kongress im Hotel Kreuz in Bern durchgeführt (siehe Programm). Organisatorin ist die Elektrosmog-Schutzorganisation Gigaherz.ch. Mitträger sind elf weitere Schutzorganisationen aus allen Landesteilen der Schweiz und aus Liechtenstein. Die international beachtete Fachveranstal-tung ist ausgebucht; für Journalisten werden Plätze freigehalten (bitte sich vor Ort bei der Organisation melden).

Das grosse Interesse hängt mit den attraktiven Vortragsthemen der kompetenten Referenten aus Frankreich, Kanada und Deutschland zusammen. Der Schwerpunkt des diesjährigen Kongresses liegt auf der Elektrosensibilität als Faktor für die Auslösung und Förderung ei-nes individuellen Krankheitsgeschehens. Die Zahl der Strahlungskranken nimmt mit der ge-genwärtig explosionsartigen Verbreitung vieler Arten von Funkstrahlung rasch zu.

Die Referenten werden aus dem Blickwinkel ihres jeweiligen Fachgebietes und ihrer eigenen Forschungsarbeiten auf diese Problematik eingehen. Vorgestellt werden auch Methoden für den Nachweis einer individuell vorhandenen Elektrosensibilität.

Die Elektrosmog-Schutzorganisationen der Schweiz und Liechtensteins setzen sich dafür ein, dass von Elektrosensibilität betroffene Menschen nicht mehr ausgegrenzt werden und ein menschenwürdiges Leben führen können. Es muss anerkannt werden, dass man nicht nur von nuklearer Strahlung, sondern auch von Funkstrahlung krank wird. Mit blosser Einbil-dung hat diese Erkrankung nämlich nichts zu tun. Die „Elektrokranken“ zeigen heute, was langfristig auf einen Grossteil der Bevölkerung zukommen kann, wenn der allgemeine Strah-lungspegel in der Umwelt weiterhin steigt.

Die zuständigen Bundesämter BAFU und BAG wurden eingeladen, sich an der Entwicklung von objektiven Tests für die frühzeitige Erkennung der Elektrosensibilität und des damit ver-bundenen Krankheitsgeschehens zu beteiligen. Dies ist umso dringender, da in dem mit viel Aufwand, aber wenig Praxisnutzen inzwischen abgeschlossenen Elektrosmog-Forschungsprojekt des Schweizer Nationalfonds (NFP 57) leider keine solchen Arbeiten durchgeführt wurden.



Risikofaktor für Krebs

Auch Funkstrahlung ist ein Risikofaktor für Krebs

Die nationale Koordinationsgruppe der Elektrosmog-Schutzorganisationen hat einen aktuellen Flyer mit dem Titel „Krebs hat viele Ursachen - auch Funkstrahlung“ herausgegeben. Der informative Faltprospekt weist auf Funktechnologien als mögliche Förderer von Krebs hin und wird heute Samstag, dem 29. Mai 2010 in Bern auf dem Bundeshausplatz verteilt.

Gleichzeitig werden Unterschriften für die nationale Petition für weniger Funkstrahlung gesammelt. Mit der Petition wird eine Deklarationspflicht für alle strahlenden Geräte sowie die uneingeschränkte Planungshoheit der Gemeinden für Mobilfunkantennen verlangt. Heute führt auch die Krebsliga Schweiz ihre Solidaritätsaktion „Unterwegs gegen Krebs“ in Bern durch. Wir haben die Krebsliga im Vorfeld schriftlich um Unterstützung für die Petition angefragt. Sie entsprach jedoch weder unserem Wunsch nach einem eigenen Informationsstand in Bern noch demjenigen nach einer offiziellen Unterstützung der Petition.

Statt dessen schickte uns ihre Führung nach langem Zuwarten einige nicht stichhaltige Ausreden und ausserdem eine gemeinsame Medienmitteilung der Krebsliga und der Forschungsstiftung Mobilkommunikation zur Interphone-Studie. Die Forschungsstiftung wird nachweislich von der Mobilfunkindustrie finanziert und kontrolliert. Die Krebsliga Schweiz zeichnet sich bisher leider nicht durch ernsthafte Aktivitäten in der Prävention bezüglich Funkstrahlung aus. Im Gegenteil, sie übt sich vor allem in aktiver Beschwichtigung und dem Zerreden von Bedenken, wie sie durch unabhängige Wissenschafter, NGOs, Ärzte und die betroffene Bevölkerung zunehmend vorgebracht werden. An Fachveranstaltungen der Krebsliga wird – im Vokabular der Mobilfunklobby – bloss die bekannte Formel „kein Zusammenhang, keine Wirkung, keine Evidenz… weiterforschen“ wiederholt. Die Krebsliga hat eine grosse Resonanz. Die zahlreichen, im Vorfeld der Solidaritätsaktion erschienenen Zeitungsartikel belegen es. Um so mehr erstaunt es, dass sie jeweils sehr eilig und wissenschaftlich völlig unbegründet immer wieder verharmlosende Stellungnahmen zu den Risiken der Funkstrahlung abgibt. Weshalb lässt sich die Krebsliga derart offensichtlich, aber grundlos, für die Interessen der Mobilfunkindustrie einspannen? Sie gefährdet damit ernsthaft ihre Reputation.

Strahlung von Energiesparlampen

Aufhebung des Glühlampenverbots gefordert Energiesparlampen:

BAG bestätigt gesundheitsbeeinträchtigende Strahlung Die neue BAG/BFE-Studie zu elektromagnetischen Feldern von Energiesparlampen empfiehlt, einen Sicherheitsabstand von 30 cm einzuhalten. Damit wird von Bundesseite erstmals eingestanden, dass Sparlampen, anders als Glühlampen, im Mittelfrequenzbereich (Kilohertz) Elektrosmog produzieren.

Der frühere, von der Lampenindustrie mitfinanzierte BAG/BFE-Messbericht von 2004 hatte – aufgrund von Fehlmessungen – noch behauptet, Sparlampen seien nicht problematischer als Glühlampen. Jene Verharmlosung half seither mit, dem von der Schweiz und der EU beschlossenen Glühlampenverbot den Weg zu ebnen. Nun ist jener Messbericht von 2004 endlich widerlegt.

Weniger erfreulich ist jedoch, dass die neue Sparlampenstudie des Bundes nur die viel zu hohen Grenzwert-Empfehlungen des Industrievereins ICNIRP anerkennt. Diese beruhen auf der Meinung, im menschlichen Körper seien nur physikalische Wirkungen elektromagnetischer Felder bekannt. Bei Sparlampen beträfe das Muskel- und Nervenreizungen. So aber bleiben die wissenschaftlich ebenfalls längst nachgewiesenen und in der Praxis millionenfach beobachteten biologischen Wirkungen, die zu Krankheiten führen, unberücksichtigt. Die Praxis zeigt, dass die elektrosensiblen Personen, die gemäss einer Schweizer Studie mindestens 5% der Bevölkerung ausmachen, die Strahlung der Energiesparlampen genauso schlecht vertragen wie z.B. Funkstrahlung. Und diese Elektrosensiblen sind unser Frühwarnsystem.

Nach wie vor bleibt die Aussage des K-Tipp von 2007 gültig: „Eine einzige Sparlampe am Büroarbeitsplatz macht den Effekt eines strahlungsarmen Bildschirms zunichte.“ Sie produziert nämlich in 30 cm Abstand vom Kopf bis zu 40-mal mehr Elektrosmog im Mittelfrequenzbereich als ein moderner Computerbildschirm, welcher die internationalen TCO- Normen für Computerarbeitsplätze gerade einhält.

Wir fordern vom Bund die Aufhebung des auf 2013 vorgesehenen Glühlampenverbotes. Die schädlichen Sparlampen kommen als Ersatz der Glühlampe nicht in Frage, auch sparen sie in der Praxis bei weitem nicht so viel Strom wie behauptet. Die LED sparen mehr Strom, erfüllen aber bisher ebenfalls nicht alle Anforderungen an ein gesundes und behagliches Licht.

Stellungnahme zum Mobilfunkleitfaden des BAFU

Gemeinden und Städten wird der Tarif bekanntgegeben

Unter Federführung des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) wurde heute ein sogenannter «Leitfaden Mobilfunk für Gemeinden und Städte» vorgestellt. Bei genauerer Betrachtung handelt es sich allerdings um detaillierte Handlungsanweisungen, mit denen der weitere Wildwuchs von Handyantennen in der Schweiz gefördert werden soll.

Beim neuen Leitfaden Mobilfunk für Gemeinden und Städte des Bundesamtes für Umwelt entsteht der Eindruck, dass er von PR-Spezialisten der Mobilfunkindustrie verfasst wurde. Er ist optisch ansprechend als angebliches Hilfsmittel für die vielen Gemeinden verpackt, die eigentlich ernsthaft etwas gegen den grassierenden Antennenwildwuchs unternehmen wollen. Ursprünglich ist nämlich der Wunsch nach einem Planungsleitfaden für die Standortwahl von Handymasten bei betroffenen Gemeinde- und Stadtbehörden entstanden. Sie wandten sich mit dem Anliegen an ihre nationalen Verbände. Mit dem vorgelegten Bericht werden sie jetzt arg enttäuscht. Statt konkreter Lösungsvorschläge wird insbesondere dargelegt, was Behörden im Rahmen von Baubewilligungsverfahren für Handymasten nicht machen dürfen. Die verantwortlichen Autoren geben quasi den Tarif bekannt, an den sich gefälligst alle zu halten haben.

Aus inhaltlicher Sicht sei an dieser Stelle nur ein Punkt kritisch zu hinterfragen. Die Autoren begründen die eineinhalbjährige Verzögerung des Leitfadens unter anderem damit, dass sie dadurch die aktuellsten Gerichtsurteile und Studien berücksichtigen konnten. Im Leitfaden fehlt allerdings jeglicher Hinweis darauf, dass bereits am 19. Oktober 2009 in einem sehr wichtigen Bundesgerichtsurteil (BGE 1C_400/2008) angeordnet wurde, dass Gemeinden in Baubewilligungsverfahren zu prüfen haben, ob beim Antennenbetrieb hohe Risiken hinsichtlich der Störung empfindlicher elektronischer Geräte und Anlagen bestehen. Für Maschinen gelten nämlich international standardisierte und bereits wesentlich tiefere Strahlenschutzwerte als für Menschen. Wenn Gemeinden diesen Umstand nicht sorgfältig prüfen, kann es beispielsweise bei elektronischen Anlagen der chemischen Industrie sehr schnell zu grossen Personen-, Umweltund Sachschäden kommen. Im Leitfaden findet man auch nichts darüber, dass seit der letzten Überprüfung der geltenden Grenzwerte eine Vielzahl neuer wissenschaftlicher Studien erschienen ist, die unzweifelhaft die Schädlichkeit der Antennenstrahlung belegen. So wurden beispielsweise
die Ergebnisse der europäischen REFLEX-Studie an unabhängigen Labors in der Schweiz, in Italien und in China mehrfach bestätigt. Gemäss diesen Studien schädigt Handystrahlung das Erbgut von Zellen, was die Grundlage für Krebs ist. Wichtige Sachverhalte, die verantwortungsbewussten Gemeindebehörden im Leitfaden bewusst vorenthalten werden.

Der Leitfaden und die merkwürdigen Umstände zu dessen Entstehung zeigen, dass die von der nationalen Koordinationsgruppe der Elektrosmog-Schutzorganisationen kürzlich lancierten Petition für weniger Funkstrahlung eine besonders aktuelle Berechtigung hat. Mit der Petition soll
erreicht werden, dass Gemeinden die uneingeschränkte Planungshoheit für Standorte von Handy-Antennen zurückerhalten. Ausserdem wird verlangt, dass alle strahlenden Geräte künftig entsprechend gekennzeichnet werden.

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