Abschaltung des analogen Telefonnetzes der Swisscom bis Ende 2017 – was gesundheitsbewusste Konsumentinnen und Konsumenten wissen müssen

Die Swisscom stellt bis Ende 2017 alle analogen Telefonanschlüsse auf digitale Telefonie (VoIP) um. In Zukunft soll alle Kommunikation – ob Telefongespräche oder Datenverkehr – über den Internet-Router (die Internet-Box) laufen. Der Router wird in die vorhandene Festnetz-Telefonsteckdose oder in die Glasfasersteckdose eingesteckt. An diesem Router werden dann das Telefon, der Computer und der Fernseher (bzw. die TV-Box) angeschlossen – vorzugsweise mit Kabel.

Digital ist nicht gleich Funk
Seit den 80er-Jahren wird die alte Analogtechnik schrittweise durch die moderne Digitaltechnik abgelöst. Digitaltechnik verursacht weniger Störungen bei der Speicherung und der Übertragung über grosse Distanzen. So hat zum Beispiel die praktisch rauschfreie CD die Schallplatte und die Tonbandkassette ersetzt, und auch der analoge Fernsehempfang musste dem Digitalfernsehen weichen. Da wir als Menschen Töne und Bilder aber nur analog verarbeiten können, werden beide Techniken kombiniert: Mikrofon- und Lautsprechersignale zum Beispiel sind analog. In den Geräten, seien das Telefone oder Verstärker in Radio und Fernseher, werden sie in digitale Signale umgewandelt. In dieser digitalen Form werden die Signale dann entweder über Kabel oder über Funk übertragen. Umgekehrt werden die von aussen ankommenden digitalen Signale für unser Ohr in analoge Signale zurückverwandelt.

Was ist ein Router
Der Router ist ein elektronisches Gerät, das die zu übertragenden Daten dem richtigen Endgerät zuteilt. Wenn also zum Beispiel gleichzeitig TV geschaut, telefoniert und am Computer im Internet gearbeitet wird, trifft der Router die Entscheidung, welche Information wohin weitergeleitet werden soll: an das Telefon, an den Fernseher oder an den Computer. Die meisten heute gebräuchlichen Router werden an das Festnetz angeschlossen. Unter Festnetz verstehen wir die bisherigen Kupfernetze des Telefons und des Kabelfernsehens sowie das neue Glasfasernetz. – Daneben gibt es Router (Hotspots, Modems) für die Kommunikation mit dem Mobilfunknetz.

Digitalkommunikation ohne Belastung durch Funkstrahlung
Im Interesse Ihrer Gesundheit sollten Sie Ihre Endgeräte wie Fernseher, Digitalradio, Computer, Drucker, Telefon etc. nach Möglichkeit immer verkabeln. Die meisten Tablet-Computer lassen sich mit entsprechenden Adaptern ebenfalls verkabelt nutzen. Für Ihre Entscheide im Zusammenhang mit der Umstellung der Swisscom – gleichgültig, wer nachher Ihr Internetanbieter ist – heisst das:

  • Setzen Sie einen Router ein, der den kabelgebundenen Festnetzanschluss nutzt (Kupfer, Glasfaser oder Koaxialkabel des Kabelfernsehens), das heisst also keinen Router für die Einbindung in das Mobilfunknetz über 3G oder 4G (UMTS oder LTE).
  • Setzen Sie einen Router ein, der einen Ausschaltknopf für WLAN/WiFi hat. Lassen Sie sich bei einer vom Fachmann durchgeführten Installation des Gerätes wenn nötig schriftlich bestätigen, dass WLAN deaktiviert ist. – Wichtig für Kunden von UPC Cablecom: Der aktuelle Router enthält neben dem privaten WLAN-Sender, den Sie per Knopfdruck abschalten können, noch einen zweiten WLAN-Sender zur freien Benutzung durch alle Cablecom-Kunden, für den es keinen Abschaltknopf gibt. Dieser zweite WLAN-Sender muss in der Software des Routers deaktiviert werden. Beauftragen Sie damit den Support und kontrollieren Sie periodisch, ob WLAN noch deaktiviert ist. (Eventuell könnte die Deaktivierung anlässlich einer Aktualisierung der Software wieder herausfallen.)
  • Verbinden Sie Ihre Endgeräte (Telefon, Fernseher, Digitalradio, Computer, Drucker) nur mittels Kabel mit dem Router und vermeiden Sie den Gebrauch von WLAN/WiFi.
  • Falls Sie trotzdem ein schnurloses Telefon (DECT) nutzen wollen, achten Sie unbedingt darauf, dass es strahlungsarm ist und über einen sogenannten „Ecomode plus“ verfügt, den man Ihnen beim Telefonkauf gleich einstellen soll.

 Alle bisherigen Telefone funktionieren weiter
Die Umstellung der Swisscom auf die Digitaltechnik braucht also keineswegs mit Funkstrahlung verbunden zu sein. Von Ihnen hängt es ab, ob Sie alle Ihre Endgeräte verkabeln und die WLAN-Sender ausschalten oder dauerhaft deaktivieren. Dennoch ist die Umstellung lästig und hat Nachteile: Um alte Wählscheiben-Telefone oder kleine Telefonanlagen weiterhin zu betreiben, braucht es Adapter; bei Stromausfall funktioniert das Telefon nicht mehr (ebenso bei zeitweisem, z.B. nächtlichem Abschalten des Routers); die Router verbrauchen Strom.

K-Tipp und Kassensturz haben Beiträge zu diesen Problemen gebracht. Diese finden Sie auf www.srf.ch/konsum und www.ktipp.ch/artikel/d/festnetztelefonie-aenderungen-im-ueberblick/ . Einen Überblick verschafft die untenstehende Tabelle (Quelle: SRF). Ein Infoblatt der Swisscom zeigt die Umrüstung auf Glasfaser.

Tabelle Digitaltelefon SRF

 

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